Reisebericht: Nordholland MS Jelmar - Unser Auszubildender auf Tour
25.07. bis 01.08.2009
Autor: Pascal Rastetter
Nordholland mit Rad und Schiff – MS Jelmar vom 25.07. bis 01.08.2009
1. Tag – 25.07.2010
Einen Monat vor Beginn meiner Ausbildung war ich in Holland auf der MS Jelmar.
Schon als ich von Karlsruhe über Frankfurt mit der DB nach Amsterdam gefahren bin, war die Vorfreude groß.
In Amsterdam angekommen, musste ich mich erst einmal in einer, für mich komplett fremden Stadt zurechtfinden und den Weg zum Schiff finden. Einen Blick auf die Karte und zehn Fußminuten später war ich schließlich am Schiff angekommen – der MS Jelmar, meinem „Hotel“ für die nächsten 8 Tage.
Nach einer sehr herzlichen Begrüßung des Skippers und dem Kofferabstellen in der Kabine, entschloss ich mich die Zeit bis zur Einschiffung zu nutzen, um Amsterdam kennen zu lernen. Nachdem ich an einer Grachtenfahrt teilgenommen hatte und noch einige Stunden durch die Innenstadt geschlendert bin, kehrte ich zum Schiff zurück.
Als der Skipper dann schließlich alle Gäste auf der MS Jelmar willkommen heißen konnte, wurden wir mit einem köstlichen Abendessen verwöhnt.
Bei diesem ersten Abendessen wurde ich dann von meinen sehr netten Schweizer Tischnachbarn eingeladen, die Woche mit Ihnen zu radeln und nahm das Angebot dankbar an.
2. Tag – 26.07.2010
Nach dem Frühstück fuhren wir ein Stück mit dem Schiff durch Amsterdam bis zum IJsselmeer. Anschließend radelten wir bis nach Hoorn, wo wir wieder auf die Jelmar trafen und nach einer gemütlichen Dusche und einem Tee die Stadt erkunden konnten. Für mich war jeder Tag etwas ganz Neues, da ich weder die niederländische Kultur, noch die Städte je zuvor erlebt hatte.
3. Tag – 27.07.2010
Nach nur wenigen Radkilometern konnten wir das Zuiderzeemuseum erkunden. Als wir anschließend weiterradeln wollten, an der Küste entlang nach Medemblik, durfte ich meine ersten Erfahrungen mit Gegenwind (vergleichbar mit einer Bergauffahrt bei der man nicht weis, wann sie endet) erleben. Keine unangenehme, jedoch anstrengende Aufgabe die zu bewältigen war.
Am Abend habe ich Medemblik per Fuß erkundigt und anschließend an Bord mit den Anderen einen netten Abend gehabt.
4. Tag – 28.07.2010
Heute stand die Schifffahrt über das IJsselmeer zur Nordseeinsel Texel an.
Sehr interessant zu erleben, waren auch die Schleusendurchfahrten. Als wir schließlich auf der Insel angekommen waren, schnappten wir uns unsere Räder und radelten auf der vielseitigen Insel.
Zwischendurch wurden regelmäßige kulinarisch Pausen eingelegt, um die leckeren Kuchen und den Kaffee zu verkosten, die die vielen Cafés auf Texel zu bieten haben.
Nach einem vorzüglichen Abendessen haben wir den Abend bei einer Runde Federball vor dem Schiff ausklingen lassen.
5. Tag – 29.07.2010
Am nächsten Tag sind wir mit der Jelmar zurück zum Festland geradelt. Nach einer etwas kürzeren Radtour (optional von Texel aus mit der Fähre zurück zum Festland) sind wir schließlich im Marinehafen Den Helder eingetroffen. Ich habe den Nachmittag genutzt, um das hochinteressante Marinemuseum zu besichtigen.
Anschließend habe ich die Stadt per Fuß besichtigt.
Am Abend haben wir wieder die köstliche Küche der MS Jelmar genossen und den Abend dann bei einer Runde Poker ausklingen lassen.
Leider mussten wir am nächsten Morgen hören, dass sich in der Nacht ein Feuer auf einem der Museumsschiffe entzündet hat und diese vollständig abgebrannt ist.
6. Tag – 30.07.2010
Heute sind wir von Den Helder nach Alkmaar geradelt.
Eine Strecke, bei der wir in dieser Woche das einzige Mal mit schlechtem Wetter kämpfen mussten. Dem Regen aber nicht genug, bekamen wir kräftigen Gegenwind der die Wassertropfen wie kleine Steinchen auf der Haut anfühlen lies.
Als wir in Alkmaar - einer wunderschönen Stadt - angekommen sind, genossen wir nach dem Abendessen den mittlerweile wieder schönen Abend mit Sonnenschein auf Deck.
7. Tag – 31.07.2010
Da ich mich bei der Einfahrt mit dem Rad nach Alkmaar wohl in die Altstadt verliebt hatte, entschloss ich mich spontan am Morgen noch vor dem Frühstück eine Runde joggen zu gehen. Eine Altstadt, die um diese Uhrzeit noch wie ausgestorben scheint – aber eben nur scheint. Nach einigen Minuten befand ich mich inmitten auf dem Marktplatz, auf dem gerade der Käsemarkt (der sehr berühmt in Alkmaar ist) aufgebaut wurde. Sehr faszinierend war der Anblick, als aus einem LKW über ein schmales Brett die großen Käserollen hinunter zum Boden gerollt wurden, um diese anschließend zu stapeln und aufzubauen. In kürzester Zeit hatte man kleine Türme aus Käse, die heute verkauft werden würden. Dies war wohl eines der faszinierendsten Impressionen die ich diese Woche erlebt habe.
Anschließend, nach einer angenehmen Dusche und dem Frühstück traten wir unseren letzten Radtag nach Amsterdam an. Da wir heute nur eine relativ kurze Tagesetappe von ca. 25 Kilometern hatten, haben wir einen relativ langen Aufenthalt im Museum Zaanse Schaans erlebt. Dies ist ein Museum, das ein holländisches Dorf im 19. Jahrhundert widerspiegelt. Eine im Feuer geräucherte Forelle und viele Bilder später, saßen wir wieder auf unserem zweirädrigen Wegbegleiter, um die letzen Kilometer dieser sehr schönen Woche zu radeln.
Als wir in Amsterdam angekommen waren, mussten wir noch mit der Fähre die im
10–Minuten-Takt fährt auf die andere Seite, um die letzen Meter zum Schiff zu gelangen.
Nach einer kurzen Ruhepause und einem Tässchen Tee habe ich mir nochmals die Stadt Amsterdam angeschaut. Sehr interessant zu sehen, ist der Kontrast wie binnen weniger Meter Coffeeshops, Rotlichtmilieu und normaler Einkaufsstraße aufeinander folgen.
Das letzte Abendessen, das wie jeden Tag vorzüglich war, genossen alle und die tolle und erlebnisreiche Woche fand einen schönen Ausklang.
8. Tag – 01.08.2010
Heute mussten wir bis 9 Uhr die Kabinen verlassen, da am Nachmittag schon die nächsten Gäste an Bord kommen und die Kabinen noch gereinigt werden müssen. Wer jedoch die Stadt nochmals besichtigen wollte, konnte selbstverständlich sein Gepäck bis zur Abreise noch an Bord der MS Jelmar lassen.
Nach einer sehr herzlichen Verabschiedung meiner Schweizer Wegbegleiter und einem netten abschließenden Gespräch mit dem Skipper, machte ich mich zurück auf den Weg zum Bahnhof, wo der Zug schon auf mich und die Heimfahrt wartete.
Schlussendlich habe ich in einer sehr sportlichen Woche viele neuen Erfahrungen gemacht und neue Eindrücke über die Niederlande gesammelt.
Ein wunderschönes Land, das man an dieser Stelle nur weiterempfehlen kann – vor allem auf der MS Jelmar, einem kleinen, jedoch sehr komfortablen Schiff mit einer ganz tollen Crew, die alles dafür tut, dass jeder einen wunderbaren Aufenthalt an Bord genießt und einen mit köstlichstem Essen verwöhnt.
Hier geht es zu unseren Radreisen mit der MS Jelmar.














