Aller Anfang ist schwer?

Seit etwas über einem Monat bin ich jetzt bei Radissimo. Es heißt zwar landläufig, aller Anfang sei schwer, aber bei Licht betrachtet ist er es nicht. Zumindest nicht bei Radissimo. Meine Kolleginnen und Kollegen unterstützen mich, wo sie nur können. Alle – vom Azubi bis zur Geschäftsführerin – sind extrem hilfsbereit und geduldig. Niemand verdreht die Augen, wenn ich nicht auf Anhieb alles gleich verstehe und mehrmals nachfragen muss. Man macht es mir wirklich leicht, anzukommen und mich in neue Themen einzuarbeiten.

Früher bin ich besonders oft durch England geradelt.
Früher bin ich besonders oft durch England geradelt.

In meinem ersten Blogbeitrag Mitte August hatte ich den Fortschritt meiner Einarbeitung mit einem Puzzle verglichen: Der Rand war fertig, die Mitte füllte sich langsam. Nur Wolken und Wasser fehlten noch. Inzwischen ist das Puzzle fast komplett. Mir kommt natürlich zugute, dass ich leidenschaftlich gerne Rad fahre und selbst bereits viele Radreisen unternommen habe. Während unsere Freunde mit dem Flieger nach “Malle” düsten, sind mein Mann und ich durch Cornwall oder entlang der Themse geradelt. Damals waren Radreisende noch Exoten. Heute sind sie heißbegehrt und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das liegt nicht zuletzt an den Pedelecs, mit denen neue Zielgruppen erschlossen werden.

Laut einer Analyse des ADFC sind Radreisende durchschnittlich 52 Jahre alt. Am stärksten vertreten ist die Altersklasse zwischen 45 und 64 Jahren (49%). Aber auch die Generation über 65 Jahren macht heute fast ein Viertel aller Radreisenden aus (22%). Das bringt mich zu einem für mich neuen und spannenden Thema: Rad- und Schiffsreisen.

Rad- und Schiffsreisen sind gerade bei der Generation 50+ sehr beliebt

Vor allem die Generation 50+ hat ihre Liebe für kombinierte Rad- und Schiffsreisen entdeckt. Rad- und Schiffsreisen verbinden die Vorteile einer Standortreise mit denen einer Strecken- oder Rundreise. Das lästige Kofferpacken entfällt, da das “Hotel” mit den Radlern weiter schwimmt, während man selbst mit dem Rad das Ziel anstrebt. Sollte es Petrus mal nicht so gut meinen, bleibt man einfach an Bord des Schiffes und lässt sich treiben.

Rad- und Schiffsreisen sind gerade bei der Generation 50+ sehr beliebt.
Rad- und Schiffsreisen sind gerade bei der Generation 50+ sehr beliebt.

Ganz ehrlich: Ich leide ein wenig unter Platzangst. Daher bleibe ich persönlich bei meinen Streckenreisen ganz ohne Schiff. Die Kabinen wären mir zu eng – zumindest die ganz kleinen um die acht Quadratmeter. Auf dem Oberdeck sieht es schon wieder etwas anders aus. Wer dort eine Kabine ergattern will, muss in der Regel aber früh dran sein. Und davon abgesehen sind die Kabinen ohnehin vor allem zum Schlafen gedacht. Schließlich wollen unsere Kunden ja vor allem radeln und Land und Leute kennenlernen. Und auf allen Schiffen gibt es natürlich auch Gemeinschaftsräume.

Ich hatte auch schon viele Kundenanfragen, ob die Motorengeräusche nicht stören würden. Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Mich persönlich treibt das Ticken der Armbanduhr meines Gatten in den Wahnsinn, während der Straßenverkehr vor unserem Haus in meinen Ohren wie das Rauschen des Meeres klingt. Jeder hat eine andere Toleranzgrenze. Den einen stört der “Lärm” spielender Kinder, den anderen die Fliege an der Wand. Wenn Motorengeräusche Sie stören, dann wählen Sie einfach eine Kabine möglichst weit oben oder gehen etwas später ins Bett. Denn nachts laufen die Motoren in der Regel nicht.

Holland liegt in Sachen Beliebtheit bei Rad- und Schiffsreisen weit vorn
Holland liegt in Sachen Beliebtheit bei Rad- und Schiffsreisen weit vorn

„Können wir unsere eigenen Räder mit aufs Schiff nehmen?“

„Können wir unsere eigenen Räder mit aufs Schiff nehmen?”, ist eine weitere häufig gestellte Frage, die ich in dem Zusammenhang sehr gut nachvollziehen kann. Auf dem eigenen Rad fühlt man sich einfach am wohlsten. Da aber der Platz auf den Schiffen begrenzt ist, müssen wir bei jeder Buchung immer erst anfragen, ob das möglich ist. Ich habe da Verständnis für die Schiffsbetreiber. Sie können ja nicht hellsehen. Woher sollen sie im Vorfeld wissen, wie viele Pedelecs oder Tourenräder mit Freilauf oder Rücktritt gebucht werden. Sie müssen von allen Modellen genügend auf Vorrat haben. Und ein Lager für überschüssige Räder an Land kostet wieder Geld, was die Rad- und Schiffsreisen deutlich teurer machen würde. Für mitgebrachte Räder gibt es also oft nur ein paar Plätze. Von daher gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm. Aber das gilt für Rad- und Schiffsreisen ja sowieso. Wenn Sie buchen, sollten Sie also gleich darauf hinweisen, dass Sie mit dem eigenen Rad reisen wollen.

Mein Aha-Erlebnis der Woche

In meiner Zeit bei Radissimo hatte ich natürlich einige Aha-Erlebnisse. Ich war schon oft mit dem Rad in Frankreich. Das Elsass ist ja nur einen Katzensprung von Karlsruhe entfernt. Trotzdem war mir bis dato nicht bewusst, dass das Tragen einer Warnweste bei schlechten Sichtverhältnissen außerhalb geschlossener Ortschaften in Frankreich verpflichtend ist. Dabei bin ich alles andere als eine Schönwetterradlerin. Man lernt eben nie aus! Ich bin schon mal gespannt, wie viele Aha-Erlebnisse ich im Laufe der kommenden Wochen noch haben werde.

Frankreich ist ein Paradies für Radreisende
Frankreich ist ein Paradies für Radreisende

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