Genussradeln: Auf den Spuren der Römer

Seit knapp einem Jahr bietet Radissimo mit Genussradeln-Pfalz geführte Radtouren an der Deutschen Weinstraße. Diese Tagesausflüge stehen unter dem Motto Natur, Kultur und Genuss: mit allen Sinnen genießen, mehr über Land und Leute erfahren und nebenbei auch noch Radfahren. Das konnten mein Mann und ich uns natürlich nicht entgehen lassen. Also haben wir uns spontan für die Römertour angemeldet.

September ist die Zeit der Pfälzer Weinfeste.
September ist die Zeit der Pfälzer Weinfeste.

Treffpunkt war 9 Uhr hinter dem Deidesheimer Bahnhof. Tourenleiter Norbert Arend wartete schon mit den georderten Leihrädern (3 Pedelecs/3 Tourenräder). Mein Mann und ich hatten unsere eigenen Räder mitgebracht. Es beruhigte mich ungemein, dass ich nicht die einzige mit einem Tourenrad war. Schließlich wollte ich entschleunigen und genießen und kein Rennen fahren. Nach einer kurzen Einführung und Probefahrt der Leihpedelecs – Premium Pedelecs mit Tiefeinstieg der Marke Flyer – machten wir uns auf den Weg in Richtung Wachenheim.

Gute Laune trotz Regen

Die Wettervorhersage verhieß zwar nichts Gutes, aber morgens hatte man noch einen tollen Ausblick über die Weinberge. Pünktlich zum Start fing es an zu regnen. Das tat der guten Laune aber keinen Abbruch: Norbert Arend hatte vorgesorgt und ausreichend Regenkleidung dabei.

Im Zickzack radelten wir bergauf und bergab durch die Weinberge nach Wachenheim. Zu unserer Linken erhaschten wir hoch oben auf dem Weinberg einen Blick auf die Wachtenburg. Von hier hat man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick über die Rheinebene.

Die feuchten Pflastersteine verraten es: Das Wetter war anfangs nicht ganz auf unserer Seite.
Die feuchten Pflastersteine verraten es: Das Wetter war anfangs nicht ganz auf unserer Seite.

Wer unsicher ist, sollte auf elektrischen Rückenwind setzen

Unterwegs zog sich die Gruppe auseinander: Manche Teilnehmer, die ein Tourenrad gebucht hatten, wünschten sich nun doch elektrischen Rückenwind. Wer sich nicht sicher ist, sollte grade in den Touren durch die Weinberge auf jeden Fall ein Pedelec buchen. Schließlich haben die E-Bikes unterschiedliche Stufen. Wie bei einer normalen Gangschaltung wählt jeder selbst, wann er wieviel Unterstützung braucht. Und wer will, kann den Motor auch ganz ausschalten.

Bad Dürkheim: Größtes Weinfest und größtes Weinfass der Welt

In Bad Dürkheim steuerten wir den Wurstmarktbrunnen an. Die Figuren symbolisieren die „Fünfte Jahreszeit“ Bad Dürkheims, den Wurstmarkt. Mit bis zu 685.000 Besuchern ist der Dürkheimer Wurstmarkt das größte Weinfest der Welt. Er findet immer am 2. und 3. Septemberwochenende statt. Weinfreunde aus aller Welt pilgern dann in die Stadt, um die Auswahl von rund 300 Weinen zu genießen.

Bad Dürkheim beherbergt aber nicht nur das größte Weinfest, sondern auch das größte Weinfass der Welt. Das Riesenfass hat einen Durchmesser von 13,5 Metern und fasst etwa 1.700.000 Liter. In der Praxis findet man im Fass ein Restaurant, in dem selbstverständlich auch bester pfälzischer Wein serviert wird.

Wurstmarktbrunnen: Die Figuren stehen für den Wurstmarkt, die fünfte Jahreszeit Bad Dürkheims.
Wurstmarktbrunnen: Die Figuren stehen für den Wurstmarkt, die fünfte Jahreszeit Bad Dürkheims.

Genuss für Leib und Seele

Nachdem wir viel über Wein und Genuss gehört hatten, wurde es Zeit für eine Kostprobe. Da der Regen stärker geworden war, breitete Norbert Arend seine Schätze nicht wie geplant im Weinberg aus, sondern auf den Mauerresten einer ehemaligen römischen Kelteranlage. Es gab Sekt, Rosé und herrlichen Riesling, dazu zweierlei Käse und Pfälzer Mandelbrot “zum Dunke” in den Rosé.

Inzwischen wurde der Regen stärker. Also improvisierten wir und steuerten danach direkt unser nächstes Ziel an: die Hofschänke „Im Zwinger“. Im Trockenen wärmten wir uns mit kuscheligen Decken, während wir Leib und Seele mit Flammkuchen stärkten.

Zur Freude aller hatte der Regen nach unserer Einkehr wieder nachgelassen. Hinter den Wolken konnte man sogar die Sonne erahnen. Eine gute Gelegenheit also, um ein paar Trauben im unvergorenen Zustand zu probieren. Unser nächster Stopp führte uns nach Kallstadt ins Café Schellack. Hier genossen wir leckeren selbstgemachten Kuchen, während Herr Arend unser Herz mit Anekdoten aus seinem Leben als Reiseführer erquickte.

Ein Teil der Villa Rustica in Wachenheim.
Ein Teil der Villa Rustica in Wachenheim.

Die Villa Rustica in Wachenheim stand auf dem Rückweg nach Deidesheim als letztes auf unserem Programm. Ab hier war uns Petrus endgültig wohlgesonnen: Der Regen hörte auf und die Sonne schenkte uns ihre wärmenden Strahlen. So konnten wir das alte römische Landgut, für das eine Besiedlung um 20 n. Chr. nachgewiesen ist, deutlich entspannter besichtigen.

Und was lernen wir daraus?

Wer Genuss mit allen Sinnen sucht, der liegt mit der Tour “Auf den Spuren der Römer” genau richtig. Genießer kommen während der gut 6-stündigen gemütlichen Radtour durch die Weinberge voll auf ihre Kosten. Es gibt Leckeres für den Gaumen und viel Schönes fürs Auge. Für sportlich orientierte Radler würde ich die Tour nicht empfehlen. Dazu war das Tempo zu niedrig und die Etappen zu kurz.

Unser Tourenleiter, Norbert Arend, kennt die Pfalz wie seine Westentasche. Wo gibt es den besten Riesling? Wer macht die leckersten Flammkuchen? Welches Restaurant würden sie in diesem oder jenem Ort in der Pfalz empfehlen? Er wusste auf alles eine Antwort und konnte den einen oder anderen Geheimtipp geben.

Wo Trauben sind, ist Wein nicht weit.
Wo Trauben sind, ist Wein nicht weit.

Die ca. 40 Kilometer lange Radtour ist mit einem Pedelec leicht zu bewältigen. Wer wie ich täglich mit dem Rad unterwegs ist und dabei viele Höhenmeter überwindet, ist auch mit einem Tourenrad bestens ausgerüstet. Gelegenheits-Radlern würde ich aber ein Pedelec empfehlen, damit der Genuss nicht auf der Strecke bleibt.

Von den Leih-Pedelecs, die ich auch getestet hatte, war ich mehr als angenehm überrascht. Die Tiefeinsteiger der Schweizer Traditionsfirma Flyer sind eine Wucht: qualitativ hochwertig, verlässlich, robust und gleichzeitig spritzig.

Die von Norbert Arend zur Verfügung gestellte Regenbekleidung haben ebenfalls alle Teilnehmer gelobt. So war die Genussradel-Tour auf den Spuren der Römer trotz Regen eine runde Sache.

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