Das andere Holland mit dem Rad erleben

Stellen Sie sich die Niederlande vor! Haben Sie es? Veluwe ist anders. Das findet nicht nur unsere Reiseberaterin Nicole, sondern auch die Region selbst und nennt ihre Website visittheotherholland.com. Die Region liegt im Herzen der Niederlande in der Provinz Gelderland. Im Norden liegen die Hansestädte Harderwijk, Elburg und Hattem, im Süden Arnhem. Die grüne Hauptstadt der Provinz war im vergangenen Jahr Gastgeber des CycleSummit 2018, einer weltweiten Messe für Radreiseveranstalter. Mit dabei war unsere Nicole: „Ich war positiv überrascht von allem, was ich gesehen habe.“

Radelpause für die Teilnehmer des Cycle Summit 2018
Radelpause für die Teilnehmer des Cycle Summit 2018

Arnhem: Grüne Stadt am Rhein

An den Tagen vor der Messe boten die Veranstalter ein abwechslungsreiches Programm, bei dem natürlich auch geradelt wurde. Am Tag der Ankunft ging es aber erstmal zu Fuß durch Arnhem. Die vielen Parks machen Arnhem zu einer grünen Stadt. Hier kann man wunderbar spazieren, picknicken oder einfach die Seele baumeln lassen. Im historischen Arnhem atmet man noch heute die vergangenen Jahrhunderte. Die Geschichte der Stadt reicht bis weit ins Mittelalter und auch die alten Römer errichteten hier schon eine Garnison.

Das bekannteste Kapitel der Stadt war die Operation Market Garden während des Zweiten Weltkriegs. Dabei setzten die Alliierten rund 40.000 Fallschirmspringer ab, um in Arnhem eine Brücke über den Rhein einzunehmen. Das Museum rund um die Operation zählt gerade für Interessierte zu den Höhepunkten der Stadt und ist auf zwei unterschiedliche Standorte in der Stadt aufgeteilt: Das Airborne Museum Hartenstein, welches den Hauptteil des Museums bildet, und Airborne at the Bridge direkt am Rhein, welches auch die Teilnehmer des Cycle Summit besuchten.

Radtour durch den National Park Hoge Veluwe

Am zweiten Tag durften alle in die Pedale treten. Mit E-Bikes radelte die Gruppe zum National Park Hoge Veluwe. „Der Park hat mich teilweise an eine afrikanische Savanne erinnert: ziemlich trocken, weite Flächen, aber direkt daneben der Wald“, erinnert sich Nicole. Hier leben auch die sogenannten Niederländischen Big Five: Fuchs, Dachs, Reh, Rothirsch und Wildschwein. Auch viele Tiere, die auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen, wie der Wendehals oder der Moorfrosch, haben im Park ihre Heimat.

Eine Radtour durch den National Park Hoge Veluwe ist ein echtes Erlebnis.
Eine Radtour durch den National Park Hoge Veluwe ist ein echtes Erlebnis.

Insgesamt führen 40 Kilometer an Radwegen durch den Park. Wer nicht mit eigenem Rad ankommt, kann sich hier kostenlos ein Rad leihen. Stolze 1.800 Räder stellt der Park seinen Besuchern zur Verfügung. Darunter auch unterschiedliche Kinderräder, Räder mit Kindersitzen und Rollstuhlfahrräder.

Das Kröller-Müller-Museum: zweitgrößte van Gogh-Sammlung der Welt

Mitten im Park liegt das Kröller-Müller Museum. Anfang der 20. Jahrhunderts begann Helene Kröller-Müller eine beeindruckende Sammlung zusammenzutragen, die am Ende über 11.000 Kunstwerke umfasste. „Ich bin nicht die größte Museumsgängerin“, sagt Nicole, „aber das war eine richtig gute Ausstellung!“ Unter anderem ist das Museum Heimat der zweitgrößten Ausstellung von van Gogh-Gemälden weltweit. „Schön war auch der Außenbereich mit vielen Skulpturen, die teilweise in dem kleinen See des Museums standen“, schwärmt Nicole.

Am Nachmittag radelte die Gruppe weiter ins niederländische Weindorf Groesbeek. „Ich wusste gar nicht, dass die Niederländer auch Wein anbauen“, gesteht Nicole. Tatsächlich ist Weinanbau in den Niederlanden nicht mehr allzu ungewöhnlich, auch wenn die reine Quantität natürlich deutlich hinter klassischer Weinländer zurückbleibt. Gelderland ist neben Limburg dabei die führende Provinz. Nach der Weinverkostung wurde natürlich nicht mehr geradelt. Die Gruppe wurde mit einem Bus abgeholt und zurückgebracht.

Royal Tour und niederländische Waldlandschaften

Während des zweiten Ausflugs radelte die Gruppe auf einer Royal-Tour vorbei an vielen Orten, die im Zusammenhang mit der niederländischen Königsfamilie stehen: Burgen, Schlösser, Ferienhäuser. Auch hier erlebt Nicole wieder die für die Niederlande eher ungewöhnliche Landschaft: „Wir sind an dem Tag sehr viel durch Wälder gefahren. Da denkt man im ersten Moment nicht dran, wenn es um Holland geht.“

Kleine Kostprobe des Schlossgartens Het Loo
Kleine Kostprobe des Schlossgartens Het Loo

Höhepunkte der Tour waren das Wasserschloss Cannenburgh und das Schloss Het Loo, das der Königsfamilie lange als Sommerresidenz diente. „Het Loo haben wir wegen Renovierungen nur kurz besichtigt. Toll war auf jeden Fall der Blick vom Dach über den Garten“, schwärmt Nicole von der sechs Hektar großen Gartenanlage im Stil des Barock. Ausführlich besichtigt hat die Gruppe das Schloss Cannenburgh. Besonders empfehlenswert: die wunderschön urige Parkanlage mit Wiesen, Wäldern und Teichen.

Und wie fällt Nicoles Fazit aus, nachdem sie das etwas andere Holland kennengelernt hat? „Die Reiseleitung war toll, die Räder waren super. Wir sind mit GPS-gefahren, man konnte die entsprechende Tour auswählen und ausprobieren, wie unsere Gäste es auch sehen. Auch Landschaft und Programm während der Touren waren wunderschön. Es war ein richtiges Erlebnis.“

Auf Doorwerth Castle durften die Teilnehmer des Cycle Summit zu Abend essen, auch wenn es nicht Teil der Royal Tour war.
Auf Doorwerth Castle durften die Teilnehmer des Cycle Summit zu Abend essen, auch wenn es nicht Teil der Royal Tour war.

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