Die 8 häufigsten Fragen rund um Radreisen mit Kindern

Mehrtägige Radtouren mit Kindern sind immer etwas Besonderes. Mit der entsprechenden Vorbereitung ist eine Radreise mit Kindern spätestens ab 12 Monaten gut möglich. Kristine Simonis, Gründerin von Radissimo, hat selbst zwei Töchter im Alter von sieben und fünf Jahren. Zu viert haben sie schon viele Radtouren in unterschiedlichen Ländern unternommen. Und auch im Alltag ist Familie Simonis meist mit dem Fahrrad unterwegs. Hier beantwortet sie die wichtigsten Fragen, die wir immer wieder von unseren Kunden hören. Wenn Sie Fragen rund um Ihre Radreise mit Kindern haben, beraten wir Sie gerne!

Wenn die Beine müde werden, kann Papa auch ein bisschen schieben.
Wenn die Beine müde werden, kann Papa auch ein bisschen schieben.

Worauf muss man bei einer Radtour mit Kindern achten?

„Gute Planung ist in einem solche Fall besonders wichtig, um nicht allzuviele Überraschungen vor Ort zu erleben. Deswegen sollte man sich vorher folgende Punkte anschauen.

  • Was sind gute Radwege, möglichst autofrei abseits des Verkehrs?
  • Unterkünfte je nachdem, wo man schläft, sollten familienfreundlich sein. Das heißt, Familien sollten da willkommen sein. Insbesondere wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist.
  • Wenn ich Unterkünfte raussuche, haben die immer ein Restaurant, damit wir abends nicht nochmal losziehen müssen. Wenn alle fit sind und Lust haben, kann man trotzdem auswärts essen. Aber die Möglichkeit, in der Unterkunft zu essen, ist oft viel wert.
  • Gerade für kleinere Kinder ist ausreichend Abwechslung unterwegs sehr wichtig.
  • Die richtige Etappenlänge und das passende Rad sind für Kinder natürlich essentiell.“
Gute Radwege sind das A und O auf Radtouren mit Kindern.
Gute Radwege sind das A und O auf Radtouren mit Kindern.

Gute Radwege und familienfreundliche Hotels sind in unseren Familien-Reisen natürlich inklusive. Darum müssen Sie sich nicht kümmern, wenn Sie bei uns buchen. Gerne beraten wir Sie auch in Sachen Etappenlänge und kümmern uns um ein passendes Rad für Ihre Kinder, falls Sie ein Rad für Ihre Reise leihen wollen.

Wie lange sind die Strecken für welches Alter?

Das hängt davon ab, wie viel die Kinder im Alltag radeln. Wie früh haben sie mit dem Radfahren angefangen? Wie sicher sind die Kinder im Straßenverkehr? Denn auch auf den besten Radwegen gibt es immer mal Ortsdurchfahrten, wo die Kinder eine kurze Strecke im Straßenverkehr fahren müssen.

Meine Kinder haben mit vier Jahren zum ersten Mal Radtouren zwischen 10 und 15 Kilometern unternommen. Ab dann gilt die Faustregel 10 Kilometer zusätzlich pro Lebensjahr. Das Wichtigste ist, dass die Kinder grundsätzlich Spaß am Fahrradfahren haben. Dann rollt es auch von alleine. Was sehr hilft: Den Kindern ein Ziel vor Augen bieten. Dann können es auch mal ein paar Kilometer mehr sein. Wenn sie sich auf etwas Spannendes am Mittag, Nachmittag oder Abend freuen, ist das Ganze viel einfacher. Dann kann die Etappe auch mal etwas länger sein. Je nach Wind und Wetter natürlich auch.“

Geübte Kinder können ab vier Jahren schon Etappen zwischen 10 und 15 Kilometer Länge radeln.
Geübte Kinder können ab vier Jahren schon Etappen zwischen 10 und 15 Kilometer Länge radeln.

Unsere Reisen passen wir gerne an Ihre Bedürfnisse an. Das gilt selbstverständlich auch für Reisen mit Kindern. Etappen sind Ihnen zu lang oder zu kurz? Sie wollen einen Ruhetag an einem bestimmten Ort einlegen? Welche Wünsche Sie auch haben: Wir können vieles möglich machen.

Ab wann fahren die Kinder auf Radtouren selbst mit?

„Je nachdem, wann sie Fahrrad fahren gelernt haben. Meine Kinder haben zum dritten Geburtstag ihr erstes Fahrrad bekommen und waren vorher schon mit dem Laufrad unterwegs. Mit vier Jahren haben sie dann angefangen, zwischen 10 und 15 Kilometer an einem Tag zu fahren. Es kommt ein bisschen darauf an, ob die Kinder die ganze Strecke oder nur Teilstrecken fahren. Man kann ja was zwischenreinschieben zum Beispiel mit einer Schifffahrt und so die Tour als solche verlängern. Es ist, von dem was ich mitbekomme, sehr abhängig von den Eltern. Wie intensiv da das Fahrrad im Alltag genutzt und das an die Kinder weitergegeben wird. Wenn das präsent ist, ist das im Urlaub auch kein Problem für die Kinder. Dann macht das denen auch Spaß.“

Wie können die Kleinen mit, wenn sie noch zu klein sind, um selbst die ganze Strecke zu radeln?

„Wir haben die Kinder von Anfang an auf dem Kindersitz mitgenommen, sobald sie eigenständig sitzen konnten. Davor waren sie im Kinderanhänger. Dafür gibt es unterschiedliche Lösungen. In manchen Anhänger kann man Babyschalen für das Auto montieren. Es gibt aber auch spezielle Babyschalen für Fahrradanhänger wie den Hängesitz.

Wichtig ist in jedem Fall eine gute Federung des Fahrradanhängers, da die Wirbelsäule von Babys noch sehr empfindlich ist. Diesen Effekt verstärkt man, wenn man den Reifendruck des Anhängers auf circa 1,5 bar senkt. Natürlich sollte man auch seine eigene Fahrweise anpassen: Langsam fahren und Bordsteine, Schlaglöcher und alles andere, was stark ruckelt, so weit wie möglich meiden.

Cargobike und Eltern-Kind-Tandem sind gute Alternativen für Kinder, die selbst noch keine ganzen Etappen radeln können.
Cargobike und Eltern-Kind-Tandem sind gute Alternativen für Kinder, die selbst noch keine ganzen Etappen radeln können.

Länger als zwei, maximal drei Stunden am Stück sollte man seinem Baby aber trotz aller Vorbereitung nicht zumuten. Geht die Tour länger, sollte man lange Pausen einplanen. Das sanfte und gleichmäßige Wackeln während der Fahrt führt meiner Erfahrung nach dazu, dass die Kinder gut im Anhänger schlafen können.

Schnell langweilig wird Kindern in der Regel auf einem Kindersitz direkt hinter den Eltern. Wer will schon dauernd auf Papas oder Mamas Rücken starren? Eine gute Alternative sind hier zum Beispiel Cargo-Bikes und Eltern-Kind-Tandems. Damit können die Kinder viel mehr sehen. Außerdem hat man die Kinder gut im Blick und kann besser mit ihnen sprechen. Auf dem Eltern-Kind-Tandem können die Kleinen auch noch jederzeit mittreten, wenn sie wollen.

Auch für Kinder, die selbst fahren können, aber zu klein für lange Strecken oder Strecken mit Autoverkehr sind, gibt es gute Lösungen. Hier gibt es etwa Tandemstange und FollowMe. So können sie zum Teil selbst fahren und sich zum Teil einfach ziehen lassen.“

Wann und wie lange sollte man auf Radtouren mit Kindern Pausen einlegen?

„Ich empfehle, dass man sich die Radtour schon vorher gut einteilt und schaut, wo man Pausen einlegen kann. Wir versuchen, am Anfang immer ein relativ großes Stück zu radeln. Da ist man noch frisch und die Kinder haben noch mehr Lust zu radeln. Dann machen wir eine große Pause, in die wir auch das Mittagessen legen. Die große Pause sollte den Kindern am besten noch etwas anderes bieten. Da kann schon ein Spielplatz oder ein leckeres Eis an einem Brunnen reichen. Toll sind natürlich Pausen am Strand oder eine andere kindgerechte Attraktion. Wichtig ist, dass die Kinder Abwechslung erhalten. Am besten kommen sie dabei auch mit anderen Kindern in Kontakt.

Ein Barfußpfad bietet Kindern eine tolle Abwechslung während einer Radreise.
Ein Barfußpfad bietet Kindern eine tolle Abwechslung während einer Radreise.

Nach dem ersten größeren Stück sollte man regelmäßig auch kurze Pausen einlegen. Das kann auch mal nur eine Trink- oder Vesperpause sein. Wir machen eigentlich immer alle 45 bis 60 Minuten eine Pause. Einfach nur, um die Füße ins Wasser zu halten, Blumen zu pflücken oder kurz vom Fahrrad zu steigen. Das gilt auch, wenn die Kinder noch gar nicht selbst radeln, sondern im Anhänger sitzen. Je mehr Abwechslung man in die Pausen bringt, desto mehr Spaß macht es den Kindern und es geht danach wieder flüssiger weiter.“

Ist eine Standortreise eine gute Alternative für Radreisen mit Kindern?

Standortreisen mit Kindern bieten einige Vorteile. Ich muss das Gepäck, was mit Kindern viel ist, nicht jeden Tag ein- und auspacken. Die Kinder müssen sich nicht jeden Tag auf eine neue Umgebung einstellen. Unsere Kinder haben es sehr gerne, wenn sie wissen, wo sie etwas finden und sich auch in einer vertrauteren Umgebung bewegen können. Auch wenn wir wissen, dass wir sie mal laufen lassen können, macht es das für uns entspannter.

Außerdem kann man von Tag zu Tag entscheiden: Wie sind das Wetter und die Fitness? Habe ich heute Lust aufs Radeln? Haben die Kinder Lust? Gibt es etwas Spannenderes, was heute allen mehr Spaß macht? So kann man sich die einzelnen Tage ohne große Vorgaben selber einteilen und einplanen. Auch von der Länge der Etappe ist man unabhängiger.

Während einer Standortreise ist eine geeignete Unterkunft, in der sich alle wohlfühlen, umso wichtiger. Dazu zählt auch die Umgebung, die etwa einen Spielplatz in der Nähe oder eine schöne Spielecke im Hotel haben sollte.“

Auf einer Standortreise kann man das Programm von Tag zu Tag neu festlegen.
Auf einer Standortreise kann man das Programm von Tag zu Tag neu festlegen.

Was kann ich machen, wenn mein Kind während der Radreise komplett streikt?

„Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber das Wichtigste ist: Ruhe und Humor bewahren. Wenn alle Überredungskünste scheitern und auch eine Pause nicht weiterhilft, heißt es entweder schieben oder umsteigen auf Bus, Bahn oder Schiff. Zur Not bleibt ein Erwachsener erstmal mit den Rädern zurück. Wir haben auch schon das Kinderrad abgestellt und später hat es dann einer allein abgeholt hat. Wenn alle Stricke reißen, muss man ein Taxi nehmen. Das gibt es überall.

Oft hilft es auch, nette Menschen zu fragen. Viele sind hilfsbereit, wenn sie sehen, dass Kinder bocken. Es ist erstaunlich, was so alles möglich wird. Da darf man keine Hemmungen haben. Egal wo auf der Welt: Die Menschen helfen gerne, wenn man sie fragt.

Welche Länder sind besonders geeignet für Radreisen mit Kindern?

„Das A und O sind die Radwege, die gut ausgebaut sind, nicht direkt am Autoverkehr liegen oder durch die Stadt verlaufen. Wenn sie durch die Stadt verlaufen, sollten sie möglichst verkehrsberuhigt sein. Das findet man vor allem in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Österreich und der Schweiz. Auch in Italien, Frankreich und Spanien entstehen immer mehr Radwege, die für Kinder geeignet sind.

Je größer die Kinder werden, desto weniger ist auch ein Radweg abseits der Straße relevant. Wenn die Kinder sowieso gewohnt sind, auf der Straße zu fahren, kann man auch etwas Exotischeres machen. Dann kann man zum Beispiel auch Strecken fahren mit ruhigen Nebenstraßen oder landwirtschaftlich genutzten Wege, wie wir es in Irland haben.“

Kristine Simonis hat gemeinsam mit ihren beiden Töchtern schon unzählige Radkilometer zurückgelegt.
Kristine Simonis hat gemeinsam mit ihren beiden Töchtern schon unzählige Radkilometer zurückgelegt.

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