Es ist nie zu spät, seinen Traum zu leben

Gestatten, mein Name ist Maurer – Anke Maurer, um es genau zu sagen. Ich bin die Neue im Radissimo-Team:

  • Geboren in Bremen
  • Aufgewachsen in Niedersachsen
  • Studium in der Pfalz und Großbritannien
  • Seit gut 30 Jahren wohne ich in Karlsruhe
  • Verheiratet, zwei erwachsene Kinder

Verkaufstalent für Radurlaub gesucht!

Warum wagt eine, die ihr “Best-before-Date“ bereits überschritten hat, nochmal einen beruflichen Neuanfang? Nennen wir es Schicksal, Zufall und den Wunsch, Hobby und Beruf noch mal miteinander zu verquicken.

Mit meiner alten Stelle war ich nicht mehr allzu glücklich. Und wie das so ist, wenn man innerlich eigentlich schon gekündigt hat: Man fängt an, die Zeitungen von hinten zu lesen, um die aktuellen Stellenangebote zu studieren. Anfang Juni bin ich dann fündig geworden.

Verkaufstalent für Radurlaub gesucht!

stand in großen Lettern als Überschrift und Blickfang über der ungewöhnlich ausführlichen Stellenbeschreibung, die gleichzeitig ganz ohne nichtssagende Floskeln auskam.

Das wär’s, dachte ich spontan. Verkaufen liegt dir, die Akquise und Kundenbetreuung gehören seit Jahren zu deinen Aufgaben, fürs Radfahren brennst du sowieso und Radreisen hast du selbst schon viele unternommen. Die Schnittmenge zwischen Anforderungen und dem, was ich als Qualifikationen bot, war einfach frappierend groß. Das einzige, was nicht übereinstimmte, war die Berufsbezeichnung. Ich bin Übersetzerin, gesucht war eine Tourismuskauffrau.

Juliusruh (Rügen) kurz nach Sonnenaufgang
Juliusruh (Rügen) kurz nach Sonnenaufgang

Spontan setzte ich mich an den Schreibtisch und formulierte eine leidenschaftliche Bewerbung. Allein ich schickte sie nicht ab. Über Nacht waren mir Bedenken gekommen. In deinem Alter? Die suchen bestimmt was Jüngeres! Und überhaupt: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Dann bin ich erst mal in den Urlaub gefahren (Rügen – per Pedes und per Rad) und habe den Gedanken an einen beruflichen Neuanfang wieder verdrängt.

Nach dem Urlaub ist vor der Bewerbung

Als ich zurückkam, war ich neugierig: Ist die Stellenausschreibung noch aktuell? Ich hatte Glück. Tatsächlich war sie einen Tag zuvor noch mal aktualisiert worden. Also warf ich all meine Bedenken über Bord, schickte die Bewerbung ab und wurde – oh Wunder – genommen. Es ist eben doch nie zu spät, seinen Traum zu leben.

Seit drei Wochen gehöre ich nun zum Radissimo-Team. Alles ist noch neu, abends “raucht der Kopf”, aber es wird. Es ist wie bei einem Puzzle. Die Randstücke liegen schon. Auch in der Mitte gibt es viele vollständige Flächen, aber der blaue Himmel und das Wasser fehlen noch. Ich muss mich mit anderen Worten noch in ein paar Themen einarbeiten, die für mich Neuland sind. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, und wenn ich zaubern könnte, würde ich im Zirkus arbeiten.

Auf zwei Rädern sieht man mehr von der Welt.
Auf zwei Rädern sieht man mehr von der Welt.

Unterwegs bin ich fast immer mit dem Rad

Ich bin das, was man eine Alltagsradlerin nennt. Fast alle Strecken lege ich mit dem Rad zurück. Wie oft ich in den letzten zehn Jahren mit dem Auto zur Arbeit gefahren bin, kann man an einer Hand abzählen. Konsequenterweise habe ich letztes Jahr mein Auto verkauft. Es stand nur in der Garage herum und fraß Geld. Stattdessen habe ich mir ein kleines Lastenrad zugelegt, den Packster 40 von Riese und Müller.

Mit dem erledige ich alle kleinen und großen Einkäufe und habe meinen kleinen Fiat noch nicht einen Tag lang vermisst. In einer Stadt wie Karlsruhe ist man mit dem Rad sowieso mobiler und schneller am Ziel als mit dem Auto.

Meine Reisen plane ich selbst

Früher hat es mich in die Ferne getrieben. Ich konnte gar nicht weit genug von zu Hause wegkommen: Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Australien, Afrika. Doch mit zunehmendem Alter ist mein Radius, was Urlaubsziele anbetrifft, kleiner geworden. Ich könnte das Mäntelchen der Nachhaltigkeit darüber hängen und auf den großen CO2-Fußabdruck verweisen, den man mit jeder langen Flugreise hinterlässt. Aber das wäre vorgeschoben. Bei mir ist es eher die irrationale Angst vorm Fliegen. Ich weiß, dass die Angst statistisch gesehen vollkommen unbegründet ist. Aus dem Kopf bekomme ich sie trotzdem nicht. Dazu kommt, dass es in Deutschland und dem Rest Europas so viele schöne Ecken gibt, wo ich noch nie war. Selbst vor der eigenen Haustür gibt es noch jede Menge zu entdecken. Und auf zwei Rädern sieht man ja bekanntlich sowieso besser, als wenn man mit dem Auto durch die Gegend fährt.

Mit dem Lastenrad zum Bäcker.
Mit dem Lastenrad zum Bäcker.

Bis dato habe ich all meine Reisen selbst geplant. Bei Radissimo sitze ich jetzt an der Quelle. Ich bin gespannt, wo es mich in den nächsten Jahren hintreiben wird. Es gibt da noch eine Reihe von Radwegen, die ich unbedingt noch mal entlang radeln möchte:

  • Berliner Mauerradweg
  • Grünes Band (Radtour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze)
  • Elberadweg
  • Yorkshire Dales (Nordengland)
  • Ostküste Irlands von Dublin nach Cork

Die Route an der Ostküste Irlands würde ich dann zum zweiten Mal fahren. Die Strecke bin ich schon auf meiner ersten mehrtägigen Radreise geradelt. Sie war eine Katastrophe. Wie es dazu kommen konnte, werde ich nächste Woche an dieser Stelle berichten.

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  1. Pingback:Meine erste Radreise war eine Katastrophe - Radissimo Blog

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