Fahrradfahren und Alkohol: Das sollten Sie wissen

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen unsere Gemüter erfreuen, holen viele Menschen wieder ihr Fahrrad aus dem Keller hervor. Das Rad ist eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel der Deutschen geworden und wird für verschiedene Tätigkeiten eingesetzt. Ob zum Einkaufen, Radtouren oder Freundeskreis besuchen: Das Fahrrad gehört einfach mit dazu. Studien zufolge fahren rund 41 Prozent der Bevölkerung mehrmals die Woche mit dem Rad. Bei Schönwetter wird man allerdings auch deutlich häufiger dazu verleitet, in eine gemütliche Kneipe oder einen Biergarten einzukehren und einige Gläser Wein oder Bier zu trinken. Anschließend schwingt sich ein Großteil der Radfahrer wieder auf ihr Fahrrad – doch das kann zu erheblichen Problemen führen, bis hin zum Führerscheinentzug.

Gibt es eine Promillegrenze für Fahrradfahrer?

Betrachtet man Statistiken genauer, so gehören Fahrradfahrer neben PKW-Lenkern zu den häufigsten Unfallbetroffenen durch Alkoholkonsum. Vergangenen Jahres waren rund 25 Prozent der alkoholisierten Unfallbeteiligten Radfahrer.

Fahren unter Alkoholeinfluss wird im § 316 Strafgesetzbuch (StGB) (Fahren unter Trunkenheit) genau geregelt und sollte daher immer im Hinterkopf des Fahrradfahrers bleiben. Leider ist dieses Gesetz noch immer vielen Radfahrern gar nicht bekannt. Promillegrenzen gibt es für Autofahrer schon lange. Ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahruntauglich. Bereits ab einem Promillenwert von 0,5 Promille drohen bereits 2 Punkte im Verkehrszentralregister. Bußgeld von bis zu 3.000 Euro und ein dreimonatiger Führerscheinentzug kann die mögliche Konsequenz sein. Wer mit dem Rad ebenfalls alkoholisiert durch die Gegend fährt, riskiert ebenfalls Geld- und Freiheitsstrafen, sowie einen Führerscheinentzug. Für Radfahrer gilt absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,7 Promille. Der Grenzwert in der Rechtssprechung liegt bei 1,6 Promille. Wird man mit diesem Wert beim Fahrradfahren erwischt, kann man den Führerschein als Maßnahme verlieren. Es spielt dabei keine Rolle, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet sind oder nicht.

Kann ich als Fahrradfahrer meinen Führerschein verlieren?

Ein sofortiger Entzug des Führerscheins ist allerdings nicht der Fall. Denn verschiedene Möglichkeiten, wie die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) können absolviert werden, um den Führerscheinentzug zu vermeiden. Sollte die Fahrtüchtigkeit in diesem Test nicht bestanden werden oder der Test verweigert, wird der Führerschein entzogen. Auch bei Wiederholungstätern unter dem Grenzwert von 1,6 Promille muss ein MPU absolviert werden.

Wer weniger als 1,6 Promille im Blut hat, riskiert ebenfalls seine Fahrberechtigung, sofern man durch sein Verhalten (alkoholtypisch) beim Radfahren auffällt. Dazu gehören zum Beispiel Schlangenlinien fahren, Licht nicht eingeschaltet oder Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern. Punkte im Verkehrszentralregister und mehrere Hundert Euro Strafe müssen gezahlt werden. Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr, die betrunken auf dem Fahrrad erwischt werden, müssen bei Führerscheinerwerb in der Regel eine MPU nachweisen können.

Gehen Sie auf Nummer sicher und vermeiden Sie Alkohol, wenn Sie irgendein Fortbewegungsmittel selbst lenken möchten – egal, ob Fahrrad oder Auto. Rufen Sie ein Taxi und lassen Sie sich abholen: So vermeiden Sie hohe Kosten und einen möglichen Führerscheinentzug durch betrunkenen Fahrradfahrens.

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3 Kommentare

  1. Bitte sowas nicht machen … Wer auf der Straße unterwegs ist, egal wie, sollte nicht angetrunken sein. Im Club / auf einer Party ja auf der Straße bitte nicht.

  2. Meine Freundin hat mal ein paar Tropfen eingenommen. Gegen den Führerscheinentzug haben sie fachliche Kenntnisse gerettet, denn mal ist sie über die Straße bei Rot gefahren, mal beinahe einen Passanten zu Boden geschlagen:) Nun trinkt sie beim Fahren nie, es war für sie eine gute Lehre:) Danke für die Tipps!

  3. Ich habe gedacht, dass betrunken Fahrrad zu fahren selten Konsequenzen hat. Gut zu wissen, dass für Radfahrer Geld- und Freiheitsstrafen, sowie ein Führerscheinentzug drohen, wenn sie alkoholisiert fahren. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man betrunken nur mit dem Taxi fahren darf.

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