Ghost Bikes zum Gedenken an tödlich verunglückte Fahrradfahrer

Heute möchten wir ins im Radissimo-Bikeblog mit einem ernsten Thema beschäftigen: Als Ghost Bike (auf Deutsch auch Mahnrad oder Geisterrad genannt) werden weißgestrichene Fahrräder bezeichnet, die als Mahnmal für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer am Unglücksort aufgestellt werden. Doch die Ghost Bikes haben noch eine weitere Funktion: Sie sollen andere Verkehrsteilnehmer auch auf mögliche Gefahrenpunkte hinweisen. Häufig enthalten die weißen Fahrräder auch Blumen oder sogar ein Schild mit Informationen über die verstorbenen Fahrradfahrer.

Die Idee der Ghostbikes stammt aus den USA. Dort wurde das erste Mahnrad bereits im Jahr 2003 in St. Louis (Missouri) aufgestellt. Auch in Städten wie Portland, Baltimore, Boston, Oakland oder Cambridge weisen Ghostbikes am Straßenrand auf tödliche Fahrradunfälle hin. Mittlerweile wird diese Idee auch in zahlreichen anderen Städten weltweit umgesetzt, zum Beispiel wie hier in London. Mit http://ghostbikes.org/ gibt es sogar eine Internetseite, auf welcher weltweite Standorte von Mahnrädern aufgelistet sind. Einen weiteren Artikel zum Thema mit einem interessanten Video findet Ihr hier. In manchen Städten wird zum Gedanken an Unfalltote auch ein Ride of Silence veranstaltet. Wir finden, das ist ebenfalls eine sehr schöne Idee.

In den USA gibt es jedoch auch bereits eine Diskussion darüber, wie lange Ghost Bikes an einem Ort aufgestellt werden sollten: Handelt es sich bei dem Phänomen um temporäre Kunstwerke oder dauerhafte Gedenkorte zum Mahnen und Trauern?

Mahnräder erinnern an tödlich verunglückte Radfahrer

Auch bei uns in Deutschland kann man immer häufiger sogenannte Geisterräder sehen. Im niedersächsischen wurde in diesem Monat bereits das fünfte Ghost Bike aufgestellt, nachdem eine 59-jährige Radfahrerin von einem LKW getötet wurde. Das weiße Fahrrad wurde vom ADFC an der Kreuzung Goethering / Wittekindstraße aufgestellt. Weitere Geisterräder stehen unter anderem in Berlin, noch einmal Berlin oder Krefeld.

Nicht zu verwechseln sind die Ghost Bikes übrigens mit der gleichnamigen Mountainbike-Marke. Vielleicht ist der Name hier ein wenig unglücklich gewählt.

Was haltet Ihr von der Idee der Mahnräder? Habt Ihr in Eurer Stadt auch schon ein Geisterfahrrad gesehen?

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Ein Kommentar

  1. Hallo liebes Radissimoteam,
    die Idee vom „Ghostrad“ finde ich persönlich sehr toll, habe im Raum „Lüneburger Heide“ (zum Glück oder Leider) noch keins gesehen.
    Gibt es Möglichkeiten sich zu erkundigen ob bzw. wo es dafür Ansprechpartner gibt?

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