Ist Radfahren gut für die Knie?

Ist Radfahren eine gute Möglichkeit, um sich trotz Knie-Schmerzen zu bewegen? Ob durch Unfälle, Sportverletzungen oder hohes Alter: Knieprobleme sind weit verbreitet. Auch die Zahl an Knie-Operationen nimmt in Deutschland stetig zu. Selbst dann leiden Patienten oft unter Folge-Schmerzen. Haben Sie auch solche Erfahrungen gemacht?

Knieschmerzen führen oft dazu, dass Menschen sich deutlich weniger bewegen. Das kann negative emotionale und körperliche Probleme nach sich ziehen. Ist Radfahren eine gute Alternative, um sich auch mit Knieschmerzen weiter zu bewegen?

Strecken, auf denen man viel bergauf fahren muss, sind nichts für angeschlagene Knie.
Strecken, auf denen man viel bergauf fahren muss, sind nichts für angeschlagene Knie.

Die kurze Antwort lautet ja, die lange Antwort ist natürlich komplizierter. Vorweg: Jeder Fall ist anders und Ärzte sind wir nicht. Im Zweifel gilt also immer: Fragen Sie Ihren Arzt.

Warum ist Radfahren gut für die Knie?

„Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben.“

Oscar Wilde

Radfahren hat gegenüber den meisten anderen Sport-und Bewegungsarten wie Joggen einen großen Vorteil. Die direkte Belastung auf die Gelenke ist deutlich geringer. 70 bis 80 Prozent des Körpergewichts liegen auf dem Sattel. Das entlastet die Knie und andere Gelenke enorm.

Leidet man nach Verletzungen oder im Alter unter Knieschmerzen, ist es wichtig, Muskeln, Bänder und Gelenke langsam an Belastungen zu gewöhnen. Denn der gesamte Bewegungsapparat ist geschwächt. Die geringe Belastung beim Radfahren ist daher ideal, um sich zu bewegen, ohne eine Überbelastung und erneute Zwangspausen zu riskieren.

Zudem führt das Knie beim Radfahren eine sehr runde, gleichmäßige und im Vergleich zum Laufen stoßfreie Bewegung aus. Das fördert die Durchblutung der Knie und Bildung der Gelenkflüssigkeit. Auch viele Fehlbelastungen, die bei Laufsportarten auftreten können, sind beim Radfahren gar nicht möglich.

Radfahren hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit.
Radfahren hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Ganz nebenbei hat Radfahren natürlich im Allgemeinen eine positive Auswirkung auf die Gesundheit. Dazu gehören etwa verbesserte Durchblutung, erhöhte Sauerstoff-Aufnahme und die Freisetzung von Glücksgefühlen. Regelmäßige Bewegung ist deshalb eine optimale Vorbeugung, nicht nur für chronische Schmerzen wie zum Beispiel am Knie, sondern auch bei Erkrankungen und Stress.

Radfahren mit Arthrose

Arthrose ist eine mögliche und weitverbreitete Ursache von Knie-und Gelenkschmerzen. Sie kann durch Fehl- und Überbelastung entstehen. Weitere Ursachen sind etwa zunehmendes Alter und erhöhtes Körpergewicht. Bei einer Arthrose wird der Knorpel abgetragen, welcher zuständig ist für den Schutz der Knochenenden. Letztlich kann das dazu führen, dass Knochenenden direkt aneinander reiben. Dieser Prozess führt zu Schmerzen und kann Bewegungen limitieren.

Die Wissenschaft belegt mittlerweile den positiven Effekt von Radfahren bei Arthrose. Durch die gleichmäßige und wiederholende Bewegung wird das Gelenk besser durchblutet. Deshalb bietet Radfahren eine gute Chance, dieser Erkrankung aktiv vorzubeugen.

Worauf muss ich achten, wenn ich mit Knieschmerzen Fahrrad fahre?

„Gesundheit schätzt man erst, wenn man sie verloren hat.“

Deutsches Sprichtwort

Bei Knieschmerzen ist die richtige Einstellung des Fahrrads essenziell: Sattelhöhe, Lenker und Rahmengröße. Lassen Sie sich von einem Experten beraten, wenn Sie sich unsicher sind. Eine saubere Tritttechnik wirkt sich auch positiv auf das Knie aus. Dieses sollte nicht ganz durchgestreckt sein, auf dem Pedal sollte der vordere Teil des Fußes aufliegen.

Ein gut eingestelltes Fahrrad und die richtige Sitzposition helfen, das Knie zu entlasten.
Ein gut eingestelltes Fahrrad und die richtige Sitzposition helfen, das Knie zu entlasten.

Auch bei der Planung der Strecken sollte man anfangs nicht zu schwierige Strecken wählen. Das betrifft Gelände und Länge der Strecke. So vermeiden Sie eine mögliche Überlastung der schmerzenden Knie. Machen Sie lieber mehrere kurze Ausfahrten, statt wenige lange Radtouren. So kann zum Beispiel der Arbeitsweg eine gute Gelegenheit sein, um regelmäßig mit dem Rad zu fahren. Wichtig ist auch, mit hoher Trittfrequenz also mit niedrigem Gang zu radeln. Das mindert die Belastung. Nach ein paar Wochen und wenn Sie erste Trainingseffekte spüren, können Sie die Belastung langsam steigern.

  • Niedriger Gang, hohe Trittfrequenz
  • Viele kurze statt wenige lange Strecken
  • Knie nicht ganz durchgestreckt
  • Vorderer Teil des Fußes auf dem Pedal
  • Fahrrad richtig einstellen (Sattel, Lenker)

Alternative Bewegungsarten zum Radfahren bei Knieschmerzen

Radfahren ist natürlich kein Allheilmittel und es ist sinnvoll, andere Bewegungsarten in den Alltag einzubauen. Weitere gute und schonende Möglichkeiten sind Schwimmen, Dehnen oder Yoga. Alles Sport- und Bewegungsarten, welche sich gut mit dem Radeln verbinden lassen.

Wir wünschen Ihnen gesundes Radeln!

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