Nachhaltiges Reisen in Katalonien

Massentourismus ist in Katalonien derzeit ein aktuelles Thema. Ziel das Katalanischen Tourismusverbands ist, den Tourismus in Barcelona zu entspannen und in das katalanische Umland zu verlagern. Mit dem forum anders reisen lud der Verband daher mehrere Tourismuskaufleute ein, nachhaltiges Reisen abseits der katalanischen Hautstadt kennenzulernen. Also erforschte unser Azubi Sebastian Ziesche viele besondere Orte im katalanischen Hinterland rund um Barcelona. Alle Aktivitäten standen unter dem Fokus des nachhaltigen Reisens.

Ausblick im Naturpark Montseny

Ausblick im Naturpark Montseny

Nachhaltige Entwicklung im Naturpark Montseny

Das Hotel Can Cuch liegt im Herzen von Montseny

Das Hotel Can Cuch liegt im Herzen von Montseny

Unsere erste Nacht verbrachten wir im Herzen des Naturparks Montseny im Hotel Can Cuch. Das Hotel ist umgeben von grünen Weideflächen und imposanten Steineichen-Wäldern und bietet einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Den Park Montseny hat die UNESCO im Jahr 1978 als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Das heißt: Das Gebiet soll sich im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig entwickeln – ökonomisch, ökologisch und sozial gleichermaßen. Das Hotel selbst ist dafür ein gutes Beispiel: Der Strom kommt aus hauseigenen Solarzellen, die Wasserversorgung wird über Regen- und Grundwasser hergestellt.

Schweine beim Wursthersteller Salgot

Schweine beim Wursthersteller Salgot

Ganz auf Nachhaltigkeit setzt auch der im Naturpark gelegene Wursthersteller Salgot, den wir am nächsten Morgen besuchten. Die Schweine des Biobauernhofs erfahren eine ausgezeichnete Pflege: große Freigelände in der Sonne, saubere Schweineställe und eine rein organische Ernährung. Entsprechend sind die Produkte, die unter dem Bio-Siegel vertrieben werden, auch überregional gefragt. Wie die Schweine leben, kann jeder selber sehen. Salgot bietet Führungen an, die sich insbesondere an Familien und Schulklassen richten. Zu Mittag verwöhnte uns ein reichhaltiges Slow-Food-Buffet des Restaurants La Calma mit katalanischen Spezialitäten. Die Zutaten stammen aus der Region. Was übrig bleibt, kommt Bedürftigen zu Gute.

Auf den Gipfel des heiligen Montserrat

Blick auf den zerklüfteten Montserrat

Blick auf den zerklüfteten Montserrat

Der Höhepunkt des Tages war der Heilige Montserrat. Erst kraxelten wir bis zu einer Aussichtsplattform, wo uns ein beeindruckender Ausblick über das umliegende Waldland belohnte. Mit einer Zahnradbahn fuhren wir weiter auf den Gipfel. Runter ging es zu Fuß. Ein Guide führte uns über einen Pilgerweg, auf dem jährlich mehrere Millionen Menschen wandern. Nach zwei Stunden erreichten wir die Klosterkirche Santa Maria am Fuß des Gebirges. Dort lauschten wir dem Knabenchor der Kirche, was den Abend angenehm abrundete.

Endlich Fahrrad fahren

Auf unserer Radtour konnten wir manchen schönen Ausblick genießen

Auf unserer Radtour konnten wir manchen schönen Ausblick genießen

Auf den dritten Tag freute ich mich besonders, endlich durften wir radeln. Zum Aufwärmen fuhren wir von Vilafranca del Penedès mit unseren E-Mountainbikes über die Weinfelder zum Weinbauer Giro del Gorner. Die organisch hergestellten Weine und auch der Cava des alteingesessenen Familienbetriebs sind in Katalonien sehr gefragt. Beides durften wir probieren, während uns die Inhaberin einen Einblick in ihr Unternehmen gab.

Von dort starteten wir unsere eigentliche Etappe ins 130 Kilometer entfernte Escaladei. Im 12. Jahrhundert gründeten dort Kartäusermönche aus der Provence das erste Kartäuserkloster auf der Iberischen Halbinsel. Die Lage am Fuß des Montsant-Massivs verleiht der wiederauferrichteten Kartause einen malerischen Anblick. Schnell nahmen uns die Ruhe und Stille des Ortes ein und wir merkten, warum die Mönche gerade hier ihr Kloster gründeten. Während einer Führung lernten wir dessen wechselvolle Geschichte kennen.

Tauchen im Iberischen Meer und wildlebende Flamingos

Schnorcheln im Iberischen Meer

Schnorcheln im Iberischen Meer

Von der Küstenstadt L‘Ametlla de Mar schipperten wir am nächsten Morgen mit einem kleinen Boot aufs Iberische Meer. Auch hier steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund: Das Boot wurde ausschließlich mit Solarstrom angetrieben. Unser Guide, ein Meeresbiologe, erklärte uns die hiesige Flora und Fauna. Mit Taucherbrille und Schnorchel erkundeten wir anschließend selbst die vielfältige Unterwasserwelt der Bucht.

Zum Abschluss ging es am nächsten Tag in die Gemeinde Deltebre. Die Gemeinde liegt auf einer Halbinsel an der Grenze zur Region Valencia. Im Rahmen eines Workshops des Katalanischen Tourismusverbands hatten wir Gelegenheit, uns mit anderen Gruppen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Krönender Abschluss unserer Reise nach Katalonien war eine Vogelbesichtigung auf der Halbinsel. Ausgestattet mit einem Fernglas erlebten wir hautnah die Biodiversität der hiesigen Vogelwelt. Dazu zählten auch wildlebende Flamingos, die mein klares Highlight waren.

Fünf Tage Katalonien waren für mich eine tolle Zeit. Ich lernte die Vielfalt Kataloniens von der Küste über die Berge und die Weinlandschaften kennen. Alle Aktivitäten haben nachhaltige Anbieter ausgeführt. Das zeigt: Nachhaltiges Reisen ist möglich und wird in Zukunft immer wichtiger werden, wenn wir die schönen Orte auf unserer Erde noch lange erhalten wollen.

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