Radeln mit E-Mountainbike, wandern im Gebirge: unser Urlaub im Val di Sole

In diesem Jahr haben wir unseren Pfingsturlaub zweigeteilt. Zuerst waren wir vier Nächte im Val di Sole in Norditalien, anschließend haben wir fünf Nächte im Chiemgau verbracht. Heute lest ihr von unserer Zeit im Val di Sole. Was wir im Chiemgau unternommen haben, findet ihr bald auf unserem Blog.

Das Val di Sole ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Das Val di Sole ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Der Bergfrühling verwandelt das Val di Sole in ein Wunder der Natur

Das Val di Sole ist ein wunderschönes Gebiet im Trentino im Norden Italiens und wahrlich eine Welt für sich. Die ganze Zeit über hatten wir wunderbar sonniges Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad. Für unseren Abstecher ins Val di Sole haben wir also genau den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Als wir da waren, erwachte gerade der Bergfrühling. Einfach einzigartig, wie die Schneeschmelze die Wucht des Wassers entfacht und die Bäche, Flüsse und Seen anschwellen lässt, während links und rechts die Wasserfälle wachsen. So wurden wir Tag und Nacht vom immerwährenden Rauschen des Wassers gefesselt.

Wunderschön ist das Gebiet auch, weil es dort noch nicht allzu touristisch zugeht. Das merkt man unter anderem daran, dass es keinen deutschen Reiseführer für dieses Gebiet gibt. Als erfahrene Reiseberaterin ist das für mich natürlich ein besonderer Ansporn. Logisch, dass ich im Vorfeld unserer Reise viel recherchiert und uns einen eigenen Reiseführer geschrieben habe. Am Ende hatten wir so zwei Bergwanderungen und einen Fahrradtag eingelegt. Wir, das sind mein Mann, unser 13-jähriger Sohn und unsere 18-jährige Tochter.

Wunderschöne Aussicht im Val di Sole
Wunderschöne Aussicht im Val di Sole

Radtour durchs Val di Sole

Die Radtour habe ich gemeinsam mit meinem Sohn unternommen. Dafür haben wir uns je ein E-Mountainbike ausgeliehen. Mit dem E-Bike bin ich schon des Öfteren gefahren. Jetzt wollte ich allein aus beruflicher Sicht ein E-Mountainbike ausprobieren. Für die Tour hatte ich uns eine schön bergige Route zurechtgelegt. Damit ich den Bergeffekt auch spüre, habe ich mein E-Mountainbike nur auf den beiden niedrigsten Stufen genutzt. Meinem Sohn, der sehr sportlich ist, habe ich nur die niedrigste Stufe erlaubt. Ob er sich daran gehalten hat? Ich glaube schon.

Radtour mit E-Mountainbike - ein herrlicher Ausflug!
Radtour mit E-Mountainbike – ein herrlicher Ausflug!

Unterwegs wurde uns schon rein landschaftlich einiges geboten. Die Schneeschmelze bescherte uns zum Beispiel jede Menge beeindruckende Wasserfälle am Streckenrand. Die Schneeschmelze sorgte aber auch für ein abruptes Ende unserer Tour. Nach 13 Kilometern ging es nicht mehr weiter. Wo eigentlich der Weg sein sollte, lag jede Menge Geröll: Steine, Erde, Wasser, Schnee – alles, nur kein Radweg mehr. Schade, aber kein Grund, den Kopf ins Geröll zu stecken. Also haben wir kehrt gemacht und den offiziellen Fahrradweg des Val di Sole erkundet. Der ist knapp 34 Kilometer lang und hat total Spaß gemacht. Auf dem Hinweg ging es meist bergab, so dass wir im wahrsten Sinne des Wortes ins Tal gerauscht sind. Zurück mussten wir dafür 769 Höhenmeter klettern. Da habe ich zwischenzeitlich die Unterstützung doch ein bisschen höher gestellt.

Das Fazit unserer Radtour: Der Tag mit meinem Sohn war wunderschön. Es ist einfach super, mit einem jungen, sportlichen Menschen unterwegs zu sein. Und auch die Erfahrung mit dem E-Mountainbike hat sich für mich voll ausgezahlt. Jederzeit gerne wieder!

Der kleine Rauschebach hat uns natürlich nicht aufgehalten, aber bald darauf versperrte uns Geröll den Weg.
Der kleine Rauschebach hat uns natürlich nicht aufgehalten, aber bald darauf versperrte uns Geröll den Weg.

Almauftrieb, Enzian und mein persönliches Highlight: unsere Wanderungen ins Hochgebirge

Unsere beiden Wandertage führten uns ins Hochgebirge. Das ist auf jeden Fall etwas anderes, als in einer sanften Hügellandschaft wie im Schwarzwald oder dem Pfälzerwald zu wandern. An beiden Tagen haben wir es bis zur Schneegrenze geschafft. Der Bergfrühling präsentierte sich uns mit vielen wunderschönen Wiesen, überall konnten wir den Almauftrieb beobachten. Ich persönlich liebe ja die Alpenkühe mit ihren riesigen Kuhglocken und die Ziegen mit ihren winzigen Glöckchen. Für mich ist das Futter für die Seele. Außerdem habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen echten Enzian gesehen.

Meinen persönlichen Höhepunkt im Val di Sole hatte ich während unserer zweiten Wanderung: In der Zukunft will ich gerne eine Via Ferrata klettern. Das ist ein Kletterweg, der mit Eisenleitern, Eisenstiften, Klammern und Seilen gesichert ist. Allerdings bin ich nicht ganz schwindelfrei – vor allem was Brücken angeht. Auf einer Via Ferrata gibt es aber oft ungesicherte Brücken.

Die Hängebrücke: Worüber sich meine Tochter freut, war für mich eine echte Herausforderung.
Die Hängebrücke: Worüber sich meine Tochter freut, war für mich eine echte Herausforderung.

Auf der zweiten Wanderung kamen wir an einer Hängebrücke über das Tal vorbei. Für mich also die Gelegenheit zu testen: Schaffe ich es überhaupt, einen Fuß auf so eine Brücke zu setzen, die ja immerhin gesichert war? Sie ahnen es; ich habs geschafft! Für mich war das ein absolut fantastisches Gefühl, sowas zu machen. Einfach großartig!

Mein Fazit unseres Urlaubs im Trentino: Ich komme gerne wieder, denn hier gibt es noch viel zu entdecken und zu erleben. Gerade für Menschen, die es nicht so touristisch mögen, ist das Val di Sole auf jeden Fall eine Reise wert.

Der erste Enzian, den ich live und in Farbe sehen durfte - toll!
Der erste Enzian, den ich live und in Farbe sehen durfte – toll!

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