Radissimo macht mit bei den Karlsruher Dreck-weg-Wochen

Nicht erst seit Fridays for Future achte ich schon beim Einkauf darauf, dass möglichst wenig Müll entsteht. Dieser Müll wird ordnungsgemäß getrennt und landet dann in der dafür vorgesehenen Tonne. Die meisten Bürger meines Alters werden es genauso handhaben. Wir wurden so erzogen. Wir kämen nie auf den Gedanken, einen Kaugummi einfach irgendwohin zu spucken oder unseren Müll achtlos auf den Boden zu werfen. Das gehört sich einfach nicht.

Aber der Herrgott hat nun mal einen großen Kindergarten, wie mein Mann zu sagen pflegt. Denn irgendwie muss der Dreck, der auf meinem Weg zur Arbeit links und rechts am Wegesrand liegt, ja dorthin gekommen sein. Der ist ja nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern irgendwer hat ihn bewusst entsorgt nach dem Motto nach mir die Sintflut.

Ein Mülleimer mit der Aufschrift: "Füttern erwünscht". Leider folgen viel zu wenige Menschen dieser Aufforderung.
Leider folgen viel zu wenige Menschen dieser Aufforderung.

Dreck-weg-Wochen mit Radissimo

Als meine Kinder noch klein waren, haben wir regelmäßig über den Kindergarten oder die Schule an den Karlsruher Dreck-weg-Wochen teilgenommen. In diesem Jahr schwingen wir die Zangen mit dem Radissimo-Team und füllen hoffentlich jede Menge Müllbeutel. Wer sich uns anschließen will, ist als Mitstreiter gegen den allgegenwärtigen Müll herzlich an unserer Seite willkommen. Wann wir unsere Sammelaktion starten, geben wir noch bekannt.

Natürlich kann auch jede selbständig oder mit anderen Müll sammeln gehen. In diesem Jahr findet die Aktion in Karlsruhe vom 16. März bis zum 30. April statt. Die Stadt unterstützt alle Helfer mit Zangen und Müllbeuteln und entsorgt selbstverständlich den gesammelten Müll. Alle Informationen finden Sie auf den Seiten des Amts für Abfallwirtschaft der Stadt Karlsruhe.

Zeit für eine Putzaktion per Rad

Bis Mitte März, wenn die Dreck-weg-Wochen anfangen, wollte ich mit meiner Putzaktion nicht warten. Die vielen Zigarettenschachteln, to-go-Becher und Umverpackungen rechts und links der Straße ärgerten mich schon zu lange und ich wollte sofort aktiv werden.

Ein Trend, der aus Schweden zu uns herübergeschwappt ist, heißt Plogging. Der Begriff setzt sich zusammen aus Jogging und dem schwedischen Verb plocka (aufheben, pflücken). Weltweit gibt es immer mehr Anhänger, die joggen und gleichzeitig Müll aufsammeln. Mir ist das ehrlich gesagt zu anstrengend, einen immer schwerer werdenden Müllsack auf meine Laufrunde mit zu schleppen. Ich habe das im letzten Urlaub auf Rügen versucht, aber schnell aufgegeben. Entweder joggen oder Müll aufsammeln, beides zusammen macht wahrscheinlich nur zusammen mit Gleichgesinnten Spaß.

Jede Menge Müll: ein kleiner Vorgeschmack auf die Karlsruher Dreck-weg-Wochen
Jede Menge Müll: ein kleiner Vorgeschmack auf die Karlsruher Dreck-weg-Wochen

Plycling – ein Wort für alle Abfälle

Aber wozu habe ich ein Lastenrad? Da passt mehr rein und mein Radius ist größer. Für diese “Trendsportart” – Rad fahren (cycling) und Müll aufsammeln (plocka) – gibt es natürlich auch schon ein Modewort nämlich Plycling.

Bewaffnet mit Handschuhen, Müllsack und Greifzange wollte ich an einem freien Freitag wenigstens einen Teil meines Arbeitsweges von Müll und Dreck befreien. Keine 200 Meter von meiner Haustür entfernt merkte ich, dass ich mir zu viel vorgenommen hatte. Der Müllsack war bereits nach dieser kurzen Strecke zu einem Viertel gefüllt. Man könnte jetzt meinen, dass einen da so etwas wie ein Erfolgserlebnis überkommt. Aber das Gegenteil war der Fall: Ich war gelinde gesagt frustriert und ernüchtert.

Was macht die Frau mit der Zange und dem Müllsack?

Die Leute beäugten mich argwöhnisch. Was macht die Frau mit der Zange in der einen und Müllsack in der anderen Hand? Und wieso trägt sie einen Helm? Ehrlich gesagt, war ich ganz froh, dass ich dank meines Helms, der Fahrradbrille und dem wegen der Kälte halb ins Gesicht gezogenen Schlauchtuch inkognito unterwegs war.

Das Ende einer ernüchternden Plycling-Tour
Das Ende einer ernüchternden Plycling-Tour

Fazit: Ernüchterung pur

Das Resultat meiner dreistündigen Plycling-Tour war erschreckend:

  • 1 volle Windel
  • 2 Radkappen
  • 15 Flachmänner
  • diverse Flaschen und Dosen
  • unzählige leere Zigarettenschachteln
  • haufenweise to-go-Becher und Brötchentüten
  • Umverpackungen aus Pappe und Plastik
  • Mülltüten unterschiedlicher Größen
  • gebrauchte Taschentücher
  • Lebensmittelreste

Ich war entsetzt, frustriert und angeekelt zugleich, was ich alles auf meiner Dreck-weg-Tour aufgesammelt hatte. Ich habe mich geschämt für meine Mitmenschen. Wie gedankenlos, ja primitiv muss man sein, eine volle Windel einfach neben dem Gehweg zu entsorgen? Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor? Wahrscheinlich nichts!

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Über Anke Maurer

Anke Maurer verkauft bei Radissimo Radreisen und betreut unsere Radgäste vor, während und nach ihrem Radurlaub. Privat ist Anke sowohl im Alltag als auch auf Reisen mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei wählt sie zwischen ihrem Reiserad, Faltrad oder Lastenrad.

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