Radreise Kuba – bevor es zu spät ist

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, die Ferien mit dem Fahrrad auf Kubas Straßen zu verbringen? Es ist auf jeden Fall eine Überlegung wert. Doch zögern Sie nicht zu lange, denn der karibische Inselstaat befindet sich im Wandel.
Wenn Sie die Insel noch mit ihrem karibischen Flair und unvergleichlichem Charme erleben wollen müssen Sie sich beeilen. Kubas Annäherung an die USA werden künftig einiges verändern. Einer der Söhne Fidel Castros erklärte einem chilenischen Fernsehkanal dass, McDonalds und Coca Cola auf der Insel willkommen seien. Noch ist die „Perle der Karibik“ jedoch frei von westlichen Fast-Food-Ketten.

Radreisen in Kuba – bevor es zu spät ist

Durch die Aufhebung des Importverbotes von Neuwagen sind Kubaner nun im Stande, ihre alten Straßenkreuzer gegen neue Modelle zu ersetzten. Dabei gehören in die Jahre gekommene US-Oldtimer doch zu dem Markenzeichen Kubas. Wenn Sie also diese robusten Schönheiten, die ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, live erleben wollen, sollten Sie nicht zu lange warten. Ein Kubaurlaub ist nur dann einer, wenn man in einem rostigen Oldtimer Taxi mit einem sogenannten Taxista namens Jorge oder Carlos die holprigen Straßen Kubas entlang gerattert ist. Für deutsche Touristen sind die Oldtimer, die meist keine funktionieren Blinker oder Bremslichter haben, ein ungewohntes Bild, hätte doch der TÜV solche Wagen schon lange aus dem Verkehr gezogen. Die Kubaner beweisen: Not macht erfinderisch. In dem Karibikstaat hilft man sich mit Handzeichen weiter, so kann der Taxista auch ohne funktionierenden Blinker den anderen Straßenverkehrsteilnehmern signalisieren kann, wohin die Reise geht. Nur die Bewohner der Zuckerinsel können es schaffen, Autos über 50 Jahre lang am Laufen zu halten und das ohne jegliche Ersatzteile.

La Habana Vieja – der historische Stadtkern der Hauptstadt – wurde 1982 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und verzaubert jeden Besucher mit seinem nostalgischen Charme. Auch traumhafte karibische Sandstrände, wie etwa der von Cayo Levisa, sind ein Grund, noch schnell einen Kuba-Urlaub in Angriff zu nehmen, bevor auch die US-Amerikaner problemlos das Paradies nahe ihrer Ostküste bereisen können. Noch haben Sie in Kuba die Möglichkeit, unberührte Traumstrände mit türkisblauem Wasser zu genießen und am nächsten Tag die geschichtsträchtige Sierra Maestra zu durchwandern. Dort wandeln sie auf den Spuren der Revolution und können das Gebäude des ehemaligen Generalkommandos besichtigen, von dem aus Fidel Castro seinen Guerillakampf gegen das Batista Regime geführt hat.

Verbringen Sie die Nächte auf Kuba-Reisen in so genannten Casas paticulares, die kubanische Variante des Bed & Breakfast. Auf diese Weise haben Sie einen unbezahlbaren Einblick in den Alltag der Einheimischen. Sie kommen automatisch mit Land und Leuten in Kontakt und haben die Möglichkeit, die niedlichen Häuschen auch von innen bewundern zu dürfen. Wenn Sie sich im Kuba-Urlaub in einer Privatunterkunft einmieten, sparen Sie sich zumeist auch den Fremdenführer, denn Kubaner sind sehr hilfsbereit und geben gerne Tipps und Lebensweisheiten an Touristen weiter. Die Privatzimmer bei Familien erkennt man an den weißen Klebern mit blauem Dreieck an den Haustüren. Dies bedeutet auch, dass diese Vermieter eine staatliche Lizenz zur Vermietung besitzen. Da die Lizenz sehr teuer ist, und die Vermieter einen Großteil der Einnahmen dem Staat abgeben müssen, gibt es nicht nur legale, sondern auch jede Menge nicht registrierte Unterkünfte. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, ob man es lieber legal oder illegal mag. Offiziell heißt es, bei den legalen kann man von guter Behandlung ausgehen. Denn jede Reklamation von Touristen kann sie ihre Lizenz kosten und sie geben sich dementsprechend ausgesprochene Mühe.

Kuba-Urlaub genießen

Kubaner sind sehr temperamentvoll und leidenschaftlich: Sie tanzen, sie singen, sie hassen und sie lieben. Vielleicht besitzt Kuba deshalb so eine magische Anziehungskraft. Seit jeher sind die Urlauber der Karibik-Insel nicht nur von dem türkisblauen Meer und den Palmenstränden, dem tropischen Regenwald und den alten Kolonialbauten fasziniert. Immer sind es die herzlichen, lebensfrohen Menschen, die das Mysterium Kuba ausmachen.

Darum wird der Inselstaat auch nach dem Wandel ein betörendes Reiseland sein, denn die Menschen, die das Land ausmachen, bleiben. Trotz Fast Food und neuen Autos, Kuba bleibt einzigartig. Also bleiben wir fair und gönnen wir den Kubanern neue Autos für mehr Sicherheit und ein Ende des Beschaffungsmarathons.

Radurlaub in Kuba

Zum Radfahren ist Kuba sehr gut geeignet. Die Vorteile für einen Radurlaub in Kuba resultieren aus den Problemen Kubas mit dem Verkehr. Da Kraftfahrzeuge selten sind, kann man auf allen Straßen gut Radfahren, teilweise sogar auf der Autobahn. Jedoch sollte das Rad stabil sein, denn die Straßen bestehen oft auch mal aus holprigen Pisten mit vielen Schlaglöchern. Räder für Tagesausflüge können in Hotels angemietet werden. Für mehrtägige Radreisen empfiehlt es sich allerding über einen Radreiseveranstalter zu buchen (z.B. www.radissimo.de)

Wussten Sie, dass

  • es in Kuba 28 Jahre lang offiziell verboten war, Weihnachten zu feiern? Erst als Papst Johannes Paul II 1997 die Insel besuchte, deklarierte Fidel Castro den 25.12. erneut als Feiertag.
  • Die UNO ihre AIDS-Maßnahmen ohne die Hilfe Kubas einstellen müsste, weil Europa und die USA zusammengenommen nicht mehr als 1000 Ärzte aufbringen – Kuba hingegen 3000.
  • 31.000 kubanische Ärzte in 97 Ländern der Erde arbeiten.
  •  Kuba das einzige Land der Welt ist, welches nach WWF-Kriterien eine nachhaltige Entwicklung aufweist.
  •  der Monatslohn eines Arbeiters, ganz gleich ob er als Mediziner oder als Hotelangestellter arbeitet, durchschnittlich 13 Pesos Convertibles (das sind ca. 12 Euro) beträgt.

Nützliche Reisetipps für Kuba-Reisen

Klima: Kuba kann generell ganzjährig bereist werden. Die Temperaturen sind relativ konstant. „September remember“ ist eine Aussage, die in vielen karibischen Staaten eine Rolle spielt, denn im September hat die Wirbelsturmzeit ihren Höhepunkt erreicht. Wer es sich aussuchen kann sollte also eher von November bis April reisen um der Regenzeit zu entgehen.
Sicherheit: Kuba ist ein relativ sicheres Reiseland, verglichen mit seinen Nachbarländern. Vor Taschendieben sollte man sich jedoch in Acht nehmen. Auch Kleidung, Kosmetika oder Lebensmittel sind sehr begehrt bei Einheimischen. Gerade in Hotels sollte man darum gut auf sein Gepäck aufpassen. Zu gewalttätigen Übergriffen hingegen kommt es so gut wie nie.
Einreise: Freizeittouristen benötigen eine Touristenkarte die man im Reisebüro oder bei der kubanischen Botschaft erhält. Bei Einreise muss man zudem die Adresse der Unterkunft angeben und ein Rückreiseticket vorzeigen. Auch ist der Nachweis einer Auslandskrankenversicherung Pflicht. Bei der Ausreise wird eine Gebühr von ca. 20 Euro erhoben.
Geld: In Kuba gibt es zwei offizielle Währungen: den CUC (Cuban Peso Convertible) für Ausländer und den CUP (Cuban Peso) für die Einheimischen. Der Kurs des CUC wird vom Staat festgelegt und er schwankt nicht (1 CUC ist 0,80€)
Nicht selten geht Reisenden das Geld aus. In den meisten Fällen sind die Touristen davon ausgegangen, dass man auf Kuba problemlos mit der Geldkarte am Automaten Geld abheben kann. Das ist aber auf Reisen nach Kuba nicht überall möglich. In Kuba kann man nicht mit der Geldkarte Geld abheben. Nehmen Sie Bargeld mit (Euros) und wechseln Sie den ersten größeren Teil gleich am Flughafen oder in Havanna in CUC’s um. Das Wechseln von Bar-Euros in CUC’s kostet am wenigsten Zeit und Geld. Die Banken und Wechselstuben wechseln zum Tageskurs und verlangen keine Provision. Bei den Hotels wird oft eine Gebühr erhoben. Nehmen Sie auf jeden Fall auch eine Kreditkarte mit nach Kuba. Visa-, Euro- oder Masterkarten werden akzeptiert. Mit einer Visakarte und Ihrer Geheimzahl können Sie bei manchen Geldautomaten Geld abheben

Gesundheit: Kuba schreibt momentan keine Impfungen vor. Empfohlen wird jedoch eine Impfung gegen Hepatitis A. Nehmen Sie unbedingt genügend Sonnenschutzmittel mit, auch an Verbandsmaterial und Medikamente sollten Sie denken, da diese vor Ort schwer erhältlich sind. Nehmen Sie Ihre Medikamente bitte immer in der Originalverpackung mit Beipackzettel mit, für den Fall, dass der Zoll Sie kontrolliert (Drogenkonsum wird in Kuba sehr ernst genommen). Malaria ist auf der Insel nicht verbreitet

Einkauf von Lebensmitteln: Beim Einkauf von Lebensmitteln sollten Sie folgendes beachten. Es gibt in Kuba nicht an jeder Ecke ein Lebensmittelgeschäft und in den wenigen Läden die es gibt, gibt es meist auch nur das Nötigste. Obst und Früchte sind leider nur sehr selten erhältlich. Mit etwas Geduld und Verständnis werden Sie in Kuba jedoch auch stets die wichtigsten Dinge erhalten.

Sprache: In Kuba wird Spanisch gesprochen. Es ist allerdings nicht so, dass es einem die Kubaner leicht machen. Sie verschlucken viele Endungen und sprechen sehr schnell. In Touristischen Gegenden wie Havanna, Varadero und Guardalavaca sprechen einige aber auch Englisch. Wenn man will kann man sich immer irgendwie verständigen.

Tipp: Hier finden Sie weitere Fernreisen auf dem Fahrrad.

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