Radschnellwege: Autobahnen für Fahrradfahrer?

Was versteht man eigentlich unter dem Begriff Radschnellwege? Bei Radschnellwegen handelt es sich um Verbindungen innerhalb eines Radverkehrsnetzes innerhalb einer Gemeinde oder aber einer Stadt und Umland-Region, die für Radfahrer wichtige Ziele miteinander verbinden und die dabei für den Radfahrer ein ebenso sicheres wie auch ansprechendes Befahren der Wege mit relativ hohen Reisegeschwindigkeiten möglich machen.

Der Begriff Radschnellweg ist in Deutschland keine offizielle Bezeichnung im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Daher findet er auch im aktuellen deutschen Regelwerk des Straßenbaus keine Anwendung. Allerdings gibt es ein Papier der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, kurz FGSV, das in einer Fassung von 2014 den Wissensstand zur Radschnellwegen thematisiert und in der Praxis verfübar macht. Seitens der FGSV werden Empfehlungen für diese Art der Radverkehrsanlagen gegeben. Allerdings werden die Kriterien der Radschnellwege noch relativ unterschiedlich umgesetzt. Lediglich in Nordrhein-Westfalen sind die Anforderungen an Radschnellwege einheitlich und verbindlich geregelt. Innerhalb des Arbeitspapiers der FGSV ist allerdings geplant, dass die Planungen und Praxis-Erfahrungen weiter entwickelt werden und dass auch Überarbeitungen umgesetzt werden.

Was ist der Sinn von Radschnellwegen?

Die Gründe für die Anlage von Radschnellwegen liegt darin, den Fahrradfahrern eine leistungsstarke und schnelle Abwicklung von größeren Radverkehrsmengen verfügbar zu machen. Gerade an die Linienführungen werden hier hohe Qualitätsstandards gestellt. Dazu sind die Ausgestaltung wie auch die Netzverknüpfung, aber auch eine sinnvolle begleitende Ausstattung dringend erforderlich, damit die Reisezeiten auf den Radschnellwegen kurz gehalten werden und der Energieverbrauch angemessen gestaltet wird. Nach den Vorstellungen der FGSV ist es ein wichtiges Kriterium an den Radschnellweg, dass er eine Länge von mindestens fünf Kilometern hat, um Sinn zu bieten. Dabei sollen Reisegeschwindigkeiten für den Radfahrer von mindestens 30 km/h erlaubt sein. Zudem gehen auch an die Breite von Zweirichtungsradwegen erhöhte Anforderungen, denn diese soll beim Radschnellweg günstigstenfalls so gestaltet sein, dass zwei Fahrräder nebeneinander fahren können und ein dritte Rad diese Fahrer problemlos überholen kann beziehungsweise, dass auch der Gegenverkehr durch die beiden nebeneinander fahrenden Räder nicht in seinem Fluss beeinträchtigt wird.

Wo gibt es Radschnellwege in Deutschland?

Derzeit steht in Rheinland-Pfalz innerhalb einer Machbarkeitsstudie für einen Trassenverlauf ein Radschnellweg zwischen den Städten Bingen, Ingelheim und Mainz zur Verfügung. Ein weiterer Radschnellweg besteht zwischen Frankfurt und Darmstadt. Hier steht eine insgesamt 30 Kilometer lange Strecke als Radschnellweg zur Verfügung, die den Radfahrer von Darmstadt über Erzhausen und Egelsbach sowie Langen und Dreieich, weiterhin Neu-Isenburg schließlich nach Frankfurt führt. Ein weiterer Radschnellweg ist seitens des Regionalverbandes Frankfurt-RheinMain von Frankfurt zum Flughafen in Planung.

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