Think positive – bleibt in Bewegung!

Vielleicht kennt noch der eine oder andere von Ihnen den Radiosender SWF 3. In den 80er Jahren lief dort werktags jeden Morgen ein Radiobeitrag mit dem Namen “Gesundheitstraining für Gesunde” mit Frau Dr. Eberlein. Die Sendung begann immer mit demselben Dialog: Ein missmutig genuscheltes „Morgn“ gefolgt von einem bewusst fröhlichem „GUTEN Morgen“ von Frau Dr. Eberlein. Daraufhin erwiderten die Nuschler lautstark „GUTEN Morgen, Frau Dr. Eberlein“. Dieser Eingangsdialog endete dann immer mit einem „POSITIV sollten Sie Ihren Tag beginnen.“

Positiv Denken – Heute ist ein guter Tag, für einen guten Tag!

Positiv sollten Sie Ihren Tag beginnen!

Zugegeben, in der derzeitigen Krise ist es gar nicht so einfach, positiv gestimmt durch den Tag zu kommen. Frau Dr. Eberlein empfahl damals Autogenes Training als Hilfe zur Selbsthilfe. Man solle psychisch die Ärmel hochkrempeln und bewusst gesund leben, um dadurch stark zu sein für drohendes Unbill. Wer positiv gestimmt in den Tag startet hat es – so Frau Dr. Eberlein – einfach leichter.  Denn wie heißt es so schön “Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus”. Ein Lächeln ist ansteckend, schlechte Laune und Miesepetrigkeit allerdings auch.

Mit Lastenrad und Hund unterwegs

Bewegung an frischer Luft

Autogenes Training ist nicht so mein Ding. Ich entspanne und wappne mich für den Tag durch Bewegung an frischer Luft – Radfahren, joggen, spazieren gehen. Wenn ich morgens mit dem Rad zur Arbeit fahre, das Gesicht vom kalten Fahrtwind gerötet, mit tränenden Augen und vor Kälte klammer Finger – dann geht es mir gut. Wenn ich das Büro betrete, bin ich trotz Corona und ungewisser Zukunft positiv gestimmt. Die Bewegung an frischer Luft tut mir einfach gut. Trübe Gedanken werden unterwegs einfach weggeblasen.
Nicht nur mir scheint es so zu ergehen. Dem Outfit nach zu urteilen erinnern sich gerade viele Menschen, an denen ich unterwegs vorbeiradle, an ihre guten Vorsätze aus dem Jahr 2000. Egal welches Wetter, Outdoor-Aktivitäten sind gerade voll angesagt. Noch vor vier Wochen ist mir auf meiner sonntäglichen Jogging-Runde bei Regenwetter kaum jemand begegnet. Seit alle Schulen und Kitas geschlossen sind, viele Arbeitnehmer ins Homeoffice oder in die Kurzarbeit geschickt wurden und allgemeines Kontaktverbot herrscht hat sich das Bild komplett gewandelt.
Räder werden frühzeitig aus dem Winterschlaf geholt, längst vergessene Sportgeräte wie Inliner, Kick-Boards oder Cityroller erleben einen Boom und Familien spazieren einträchtig durch Feld, Wald und Wiesen. Ja, selbst pubertierende Jünglinge zieht es sehr zum Erstaunen ihrer Eltern nach draußen ins Freie.

Kinder mit Inlinern unterwegs

Die Welt entschleunigt

Niemand weiß, wie lange das Virus uns noch begleiten wird. Wir sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben, nicht zu reisen und räumlich Abstand zu halten von unseren Freunden und Verwandten. Wir haben urplötzlich viel Zeit, sofern wir nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Wir müssen entschleunigen und uns auf alte Tugenden, Freizeitaktivitäten und Kulturtechniken rückbesinnen:

  • Deutschland entdeckt das Festnetz – stundenlanges Telefonieren ist Balsam für die einsame Seele.
  • Skypen ist wieder in. Wenn man die Oma schon nicht besuchen darf, holt man sie sich virtuell ins Wohnzimmer.
  • Statt bei Amazon u. Co. online zu shoppen, kauft man wieder lokal und “lässt den Klick in seiner Stadt”.  Hashtags wie #supportyourlocal / #LingenLIefert / #DuFürDurlach / #KielhilfKiel schießen wie Pilze aus dem Boden und signalisieren Solidarität mit den Geschäften vor Ort.
  • Nachbarschaftshilfe wird wieder großgeschrieben.
  • Von den Briten lernen – auch wir können uns geduldig anstellen und eine ordentliche Schlange bilden. 
Schlange stehen: Jetzt stellt man sich in Deutschland auch gerne hinten an

Es gibt auch gute Nachrichten

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Viele Unternehmen stellen daher derzeit um auf Produkte, die in der Corona-Krise dringend benötigt werden:

  • Autobauer produzieren Atemschutzmasken
  • Hemdenherstelle fertigen Mundschutze
  • Spirituosenhersteller stellen um auf Desinfektionsmittel
  • Mitarbeiter aus geschlossenen Gastronomiebetrieben helfen im Einzelhandel oder bei der Ernte aus

Auch in Corona-Zeiten ist die Welt also gar nicht so ein düsterer Ort wie man angesichts der vielen negativen Schlagzeilen in Print- und Onlinemedien meinen könnte.

Wie nützlich war dieser Beitrag?

Klicken Sie auf einen Stern, um ihn zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Stimmenzahl: 7

Bisher keine Stimmen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass dieser Beitrag für Sie nicht hilfreich war!

Lassen Sie uns diesen Beitrag verbessern!

Sagen Sie uns, wie wir diesen Beitrag verbessern können.

(Visited 74 times, 1 visits today)

Über Anke Maurer

Anke Maurer verkauft bei Radissimo Radreisen und betreut unsere Radgäste vor, während und nach ihrem Radurlaub. Privat ist Anke sowohl im Alltag als auch auf Reisen mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei wählt sie zwischen ihrem Reiserad, Faltrad oder Lastenrad.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.