Unsere Genussradeln-Tour zur Mandelblüte

Strahlende Mandelblüten - ein Traum in Rosa und der Grund für unsere Radtour.
Strahlende Mandelblüten – ein Traum in Rosa und der Grund für unsere Radtour.

Neustadt an der Weinstraße, Freitag 8 Uhr 50, Nieselregen, Treffpunkt Fahrrad Trimpe.

Seit Beginn des Jahres gehören Radissimo und Genussradeln-Pfalz zusammen. Wir nutzen die Mandelblüte um die Touren und die Tour-Guides von Genussradeln besser kennenzulernen. Auch wenn wir uns Frühlingssonne gewünscht hätten: Die Vorfreude ist groß.

Zumal unsere Gäste natürlich auch nicht immer bei Kaiserwetter radeln. Insofern war es für uns spannend zu erleben, wie ein Tagesausflug unter dem Motto Genussradeln funktioniert, wenn das Wetter nicht so mitspielt. Zu elft schwingen wir uns in den Sattel: fünf Radissimo-Mitarbeiterinnen und sechs Tour-Guides von Genussradeln.

Meine erste Radtour mit Pedelec

Bevor es losgeht, erhalten wir von Norbert Arend, dem Gründer von Genussradeln-Pfalz, eine Einführung in die Pedelecs: Wie schaltet man, welche Einstellungen gibt es, auf welche Besonderheiten muss man achten, wie werden Sattel und Lenker auf die richtige Höhe eingestellt.

Entlang blühender Mandelalleen zu radeln ist ein echter Genuss - auch wenn die Sonne mal nicht scheint.
Entlang blühender Mandelalleen zu radeln ist ein echter Genuss – auch wenn die Sonne mal nicht scheint.

Dann radeln wir los. Für mich war es die erste Radtour mit Pedelec. Ich bin zwar vorher schon ein paar Mal mit einem Pedelec gefahren, aber immer nur kurze Strecken. Die perfekte Gelegenheit, eine Radtour mit elektrischem Rückenwind zu testen. Wählen kann ich zwischen fünf Stufen, in denen mich der Elektromotor unterschiedlich stark unterstützt, während ich trete. Im Laufe des Tages freue ich mich besonders bei Anstiegen, nicht alles aus eigener Kraft fahren zu müssen. Wer einen niedrigen Gang einlegt und den Elektromotor auf eine der höheren Stufen stellt, erklimmt auch steile Steigungen mit bequemem Tritt und einem Lächeln auf den Lippen. Die meiste Zeit geht es über Radwege oder innerhalb der Ortschaften durch kaum befahrene Straßen. Die Mandelbäume stehen kurz vor der vollen Blüte und verzaubern uns auch ohne strahlenden Sonnenschein.

Kurzweilige Pausen, leckeres Picknick, spannende Anekdoten

Zu einer Radtour zur Mandelblüte gehört auch ein Mandelpicknick.
Zu einer Radtour zur Mandelblüte gehört auch ein Mandelpicknick.

Erster Stopp: der König-Wilhelm-Pavillon am Rande von Königsbach. Von hier hat man eine herrliche Aussicht über die hiesige Weinlandschaft und die rund 2.500 Mandelbäume in und um Gimmeldingen. Für unser nächstes Ziel fahren wir nur wenige hundert Meter zurück an den Startpunkt des Gimmeldinger Mandel-Lehrpfads. Hier bereitet Norbert Arend unser Mandel-Picknick vor: Brot, das wir in Mandelöl tauchen, und weitere Mandel-Leckereien. Außerdem dürfen wir einen pfälzischen Wein kosten, selbstverständlich in vernünftigen Maßen, da wir gleich wieder in die Pedale treten.

Aufruhr im Paradiesgarten

Satt und froh geht es weiter Richtung Deidesheim. Oberhalb des Luftkurortes liegt die Weinlage Paradiesgarten, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Schauplatz eines biblischen Streites wurde: Das Weingut Dr. Deinhardt wollte den Paradiesgarten thematisch passend aufwerten und stellte daher die Skulptur einer Eva auf – ganz ohne Feigenblatt oder andere Hüllen, welche die menschliche Natur verdeckten. Ein Schelm, wer es ironisch findet, dass ausgerechnet der Geistliche der Gemeinde Anstoß an so viel biblischer Unschuld nahm. Jedenfalls wurde die nackte Eva in den Keller eines Weinguts verbannt. Später durfte sie nur mit einem Keuschheitsgürtel wieder ins Freie. Ob es nun Gottes Wille war oder einfach das Wetter: Der Keuschheitsgürtel rostete und fiel ab. Seitdem genießt die Eva die Aussicht über die pfälzischen Weinlandschaften.

Zwischenstopp an einem der ältesten und schönsten Mandelbäume der Region.
Zwischenstopp an einem der ältesten und schönsten Mandelbäume der Region.

Die Anekdote der „naggischen Eva“ hat offensichtlich nicht nur uns gefallen. Denn gerade als wir unsere Tour fortsetzen wollen, hört es auf zu nieseln. Hier und da trauen sich sogar ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken, so dass einige Mutige unter uns sogar die Handschuhe ausziehen. Unterwegs legen wir noch weitere kurze Stopps ein. Wir erfahren etwas über den Prominenten-Weinberg und haben Zeit für ein Gruppenfoto unter einem der schönsten Mandelbäume in der Pfalz. Nächstes Etappenziel ist das Zentrum von Deidesheim, wo wir ins Restaurant „Zum Schwanen“ einkehren und die sprichwörtliche pfälzische Gemütlichkeit genießen. So gestärkt machen wir uns auf den Rückweg, auf dem uns das Wetter endgültig wohlgesonnen ist. Am Ende zeigt der Tacho eine Strecke von rund 33 Kilometern an, die wir in einer Nettofahrzeit von rund zwei Stunden zurückgelegt haben.

Unser Fazit: Die Tour hat uns viel Spaß gemacht, auch wenn das Wetter gerade am Anfang nicht ideal war. Während der kurzen Stopps lernt man die Pfalz durch heitere und unterhaltsame Anekdoten besser kennen. Echter Genuss waren das vorzügliche Mandelpicknick und die Einkehr zur Mittagszeit. Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf unseren nächsten Ausflug mit Genussradeln-Pfalz.

Gruppenbild in Deidesheim bei teilweise blauem Himmel
Gruppenbild in Deidesheim bei teilweise blauem Himmel
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