Wie schnell darf man auf Pedelecs fahren?

Häufig werden wir von unseren Urlaubern gefragt, wie schnell man auf einem Pedelec fahren darf. Die Höchstgeschwindigkeit für E-Bikes ist Eu-weit geregelt. Grundsätzlich benötigt jedes motorbetriebene Fahrzeug in den meisten EU-Ländern und in der Schweiz eine Zulassung, wenn es schneller als sechs km/h unterwegs sein kann. Von dieser Regelung ausgenommen sind die sogenannten Pedelecs, die grundsätzlich zulassungsfrei erlaubt sind. Dies dann, wenn der Motor ein Elektromotor ist und ein Geschwindigkeitslimit eingehalten wird.

Wie schnell darf man auf einem Pedelec fahren? Limit ist nach oben fixiert

Das Geschwindigkeitslimit für E-Bikes, sofern sie mit Motorunterstützung betrieben werden, liegt EU-weit bei 25 km/. Darüber hinaus darf das Gefährt nur mit reiner Muskelkraft bewegt werden. Das Limit geht davon aus, dass bei Geschwindigkeiten bis ca. 30 km/h kaum oder gar keine schweren Unfälle entstehen. 95 Prozent aller E-Bikes, die seit mehreren Jahren die Straßen erobern und sich zu einem beliebten Fortbewegungsmittel entwickelt haben, sind sogenannte Pedelecs. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet Pedal Electric Cycle. Damit ist auch schon erklärt, wie das Zweirad angetrieben wird. Grundsätzlich darf die Nenndauerleistung des Motors nicht mehr als 250 Watt aufweisen. Dann gilt das Pedelec tatsächlich als Fahrrad und darf auch ohne Fahrradhelm und ohne entsprechenden Führerscheinnachweis gefahren werden. Einige Modelle verfügen über eine sogenannte Anfahrhilfe, die eine Geschwindigkeit von sechs km/h aufweist, das heißt, bis zu dieser Geschwindigkeit muss der Fahrer nicht selbst in die Pedale treten. Laut Bundesgesetzblatt vom 20.06.2013 gelten auch diese Bikes als Fahrräder.

Sonderfall S-Pedelec mit höherer Geschwindigkeit

Neben den traditionellen Pedelec gibt es auch noch eine schnellere Version, auch wenn diese derzeit noch keinen sehr hohen Marktanteil aufweisen. Doch der Trend geht eindeutig in diese Richtung, zumal auch hochwertige Hersteller wie Bosch ein leistungsstarkes E-Bike mit höherer Geschwindigkeit auf den Markt gebracht hat. Das sogenannten S-Pedelec kann eine maximal unterstützte Geschwindigkeit von 45 km/h erreichen, wobei die maximale Nennleistung des Motors bei 500 Watt liegt. Damit dieses gefahren werden darf, muss der Fahrer den Führerschein eines Kleinkraftrades, die Führerscheinklasse M, vorweisen können.

EU-weite Regelung ist einheitlich

In vielen EU-Ländern gilt die Verordnung 2002/24/EG, wonach E-Bikes mit einer Motorleistung zwischen 250 Watt und 300 Watt eine Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h fahren dürfen. Eine Ausnahme bildet Österreich, wo die Motorleistung sogar 600 Watt betragen darf. In Slowenien, Ungarn, den Benelux-Staaten sowie den skandinavischen Ländern und Italien gilt diese vereinheitliche Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, die ein Fahrer mit Motorunterstützung auf einem E-Bike fahren darf. Auch Großbritannien hat diese Eu-Regelung übernommen und erlaubt bei E-Bikes nun eine Motorleistung von 250 Watt zur Unterstützung.

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11 Kommentare

  1. Gerhard Kennecke

    Pedylegs
    Auch ich bin der Meinung dass der Bürger mehr Bewegung benötigt.
    Auch Menschen mit irgendwelchen Behinderungen sollten die Möglichkeit haben
    sich in freier Natur mit Fahrrad zu bewegen.
    Dafür ist die Benutzung eines Pedylegs auch eine gute Erfindung.
    Aber meiner Meinung nach darf und sollte die Unterstützung nicht bis 25 km sein,
    sondern höchstens bei 15 km liegen.
    Warum muss es unbedingt bis 25 km sein?
    Jeder der sich einigermaßen auf Rad bewegen kann weiß wie schnell 25 km sind.
    Für den allgemeinen Gebrauch zu schnell.
    Die Pedylegs werden zunehmend zur Page im Verkehr.
    Im Alltag sieht der Gebrauch und Anwendung eines E- Bikes anders aus.
    Ein sehr großer Teil der Benutzer sieht nicht unbedingt die Unterstützung für die vorhandenen
    körperlichen Behinderungen (Alter usw.), sondern fährt ohne Rücksicht und Verluste durch den Verkehr. Vielfach wird einfach die Geschwindigkeit, oder das erhöhte Gewicht unterschätzt mit der der Benutzer sich im Straßenverkehr bewegt.
    Zugegeben, auch die anderen Verkehrsteilnehmer Untersätzen die Geschwindigkeit der Pedylegs, weil ja nicht direkt zu erkennen, ob da ein Rad mit oder ohne Unterstützung kommt.
    Jetzt kommt natürlich gleich die Antwort, nehmt Rücksicht auf einander. Aber die, die mit der der elektronischen Unterstützung Fahren brauchen diese Rücksicht nicht nehmen. Nach dem Motto wir sind schneller husch husch zur Seite
    Immer wieder liest man in den Zeitungen, dass die Fahrradunfälle zunehmen. Leider wird in der Statistik nicht nach Normalrad oder Pedylegs unterschieden.
    Letzte Berichte im Weser Kurier verweisen auf erhöhte Unfälle der Pedylegs mit Todesfolge.
    Warum wird hier nicht eine gesetzliche Regelung vorgesehen.

  2. Ich verstehe denn Text so, dass man mit einem E-Bike technisch nicht über 25 fahren kann.

    Warum können mich manche E-Bike-Fahrer ohne Nummernschild überholen, wenn ich biostrampelnd 30 auf dem Tacho habe?

    • Hallo Stephan,

      Vielen Dank für Deine Frage. Ab 25 km/h ist nur die Motorunterstützung ausgeschaltet. Mit eigener Muskelkraft oder bergab kann die Höchstgeschwindigkeit
      aber auch höher liegen.

      LG, Kristine

  3. Ich bin ein Gesunder Radfahrer, schaffe im durschnitt 20-25km/h und werde trotzdem von e bikes überholt und angemeckert weil ich ja kein Platz mache. Sowas kann nicht sein, solche Dinger gehören auf die strasse meiner meinung nach und nicht auf ein Radweg. In der Niederlande fährt selten einer über km/h. Durch die dinger ist es der reinste wahnsinn auf dem Radweg geworden. Gruß ich

  4. Danke für die Tipps! Mein Freund unternimmt immer Reisen Richtung Alpbachtal, wo er problemlos mit einem E-Bike neue Abenteuer erlebt. Obwohl das Bike gemietet wird, reist er den ganzen Tag hindurch und kehrt rst spät zurück. Er behauptet, dies wäre eine gute Überprüfung für seine Kräfte! Danke für diesen Erfahrungsaustausch!

  5. Vergesst bitte bei euren Kritiken die Leute mit Handycap nicht. Mein Leben wäre ohne Pedilac erheblich ärmer. Leider ist das Mobbing der Biofahrer bisweilen schmerzlich. Was die Raser betrifft bin ich eurer Meinung.

    • Danke für deinen Beitrag und deinen Hinweis. Wir denken, dass es viel gegenseitige Rücksicht und Verständnis fordert. Und dies gilt es in den nächsten Jahren verstärkt zu fördern mit der Zunahme an E-Bike und Pedelec-Fahrern.
      Liebe Grüße und sicheres Radeln.

  6. Hallo zusammen,
    da kann ich Simonis nur zustimmen. Heute fehlt es hauptsächlich an Rücksicht.
    Und das betrifft nicht nur die die schneller als die anderen unterwegs sind, sondern auch die die langsamer unterwegs sind.
    Und was ganz schlimm ist, sind die jenigen die die anderen belehren wollen.
    Kurze Geschichte. Ich war vor kurzen mit meiner Tochter auf einem Radweg unterwegs der dann irgendwann zu ende war und auf die stark befahrene Strasse ausgelietet wurde. Der Fussgängerweg wurde aber fortgeführt.
    Ich selbst habe auf die Strasse gewechselt, meine Tochter habe ich aus sicherheitsgründen auf dem Gehweg weiterfahren lassen. Nach einigen hundert Metern kamen uns auf dem Gehweg zwei Rentnerpaare entgegen.
    Wir haben die Geschwindigkeit fast bis zum Stillsatnd reduziert und gehofft dass die Fussgänger meiner Tochter etwas Platz machenwürden. Das Gegenteil war der Fall, einer dieser Rentner baute sich auf und wollte uns belehren dass das kein Radweg wäre. Nach dem ich diesen Klugscheisser gebeten habe sich in unsere Situation zu versetzen und ob er angesichts des dichten Verkehrs auf der Strasse die Verantwortung tragen möchte wenn meiner Tochter etwas passieren würde zeigte er Verständnis.
    Offensichtlich fehlt unsrer Gesellschaft einfach der Wille auch mal auf etwas zu Verzichten,in diesem Fall auf das Recht.
    Aber ich denke so ist dass nunmal in einem Land in dem alles geregelt und vorgeschrieben sein muss.

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